Planetensichtbarkeiten

im aktuellen Quartal

Das Wort Planet geht auf den griechi­schen Begriff „planētēs” zurück, der soviel bedeutet wie „umher­irren” oder „umher­schweifen”. Alle Planeten, also auch die Erde, ändern auf Ihrer Bahn um die Sonne stehts ihre Position und sind immer wieder an anderer Stelle am Himmel zu finden. 


Sichtbarkeiten von Oktober bis Dezember 2026

Der Planet Merkur ist nur schwer zu beobachten. Da er der Sonne am nächsten ist, muss er sich weit „rechts“ oder „links“ von der Sonne befinden (also einen großen Winkel­ab­stand zur Sonne haben), damit er von der Erde aus gesehen werden kann. Wer Merkur zwischen Oktober und und Dezember mit bloßem Auge am Himmel entdecken möchte, versucht es am bestem im November. Etwa ab dem 14. November kann man ihn in OSO-Richtung kurz vor Sonnen­auf­gang am Morgen­himmel entdecken. Er befindet sich dann dicht über dem Horizont nicht weit von der sehr viel helleren Venus entfernt im Sternbild Jungfrau und wandert schnell in Richtung Waage und seiner oberen Konjunk­tion mit der Sonne entgegen. Dabei baut er seine Hellig­keit zunächst merklich aus und auch seine Aufgangs­zeiten verfrühen sich leicht. Die günstigsten Sicht­be­din­gungen – immer gutes Wetter und freie Sicht voraus­ge­setzt – ergeben sich um den 20. November (sucht gegen 6:45 Uhr ca. 8° über dem Horizont in OSO-Richtung). Schon wenig Tage später wird es schwer ihn noch im Licht der aufge­henden Sonne zu entdecken.

Die Venus erscheint im November wieder am Morgen­himmel und baut ihre Morgen­sicht­bar­keit dann stetig aus. Schon zur Monats­mitte strahlt sie hell in ost-südöst­li­cher Richtung (Sternbild Jungfrau) am frühmor­gend­li­chen Himmel. Sie bleibt bis zum Jahres­ende (und darüber hinaus) unüber­seh­barer „Morgen­stern“ und wandert dabei langsam von der Jungfrau ins Sternbild Waage.

Der Mars ist im Oktober noch ein Planet der zweiten Nacht­hälfte, verfrüht seine Aufgänge aber stetig und erscheint zum Monats­ende schon kurz vor Mitter­nacht in ONO-Richtung über dem Horizont. Er wandert vom Sternbild Krebs in Richtung Löwe, wo er am 15. November eine nahe Begegnung mit dem Jupiter hat. Dann zieht der rote Planet nur 1,2° nördlich an Jupiter vorbei – ein hübscher Anblick am nächt­li­chen Himmel!

Jupiter wandert als heller Punkt durch das Sternbild Löwe. Im Oktober noch ein Planet der zweiten Nacht­hälfte, erscheint er Mitte November schon kurz vor Mitter­nacht in ONO-Richtung über dem Horizont. Der Gasriese hat im November gleich mehrere inter­es­sante Begeg­nungen am nächt­li­chen Himmel. Am 3. November wandert der abneh­mende Halbmond nahe an Jupiter vorbei. Am 15. stattet ihm der Mars einen Besuch ab (s.o.) und am 30. November gesellt sich der abneh­mende Mond erneut zu Jupiter und bildet zusammen mit dem immer noch nicht weit entfernten Mars und dem hellen Stern Regulus im Löwen eine hübsche Gruppe am frühmor­gend­li­chen Himmel. Am 13. Dezember stoppt Jupiter seine Wanderung durch den Löwen und setzt zu seiner Opposi­ti­ons­schleife an. Langsam entfernt er sich, jetzt rückläufig, wieder vom hellen Stern Regulus und wandert in Richtung seines Opposi­ti­ons­punktes, den er im Februar 2027 erreichen wird. Dann ist Jupiter die ganze Nacht am Himmel zu beobachten.

Der Ringplanet Saturn steht am 4. Oktober in Opposi­tion zur Sonne und kann die ganze Nacht beobachtet werden. Wir entdecken ihn als strah­lenden Punkt im Sternbild Fische. Bis zum Jahres­ende verfrüht er seine Unter­gänge und zieht sich langsam vom Morgen­himmel zurück. Ende Dezember versinkt er schon gegen Mitter­nacht im Westen hinter dem Horizont.

Der auch unter idealen Bedin­gungen äußerst licht­schwache Uranus wandert weiterhin sehr langsam durch das Sternbild Stier. Das Sternbild geht zu Herbst­be­ginn spät am Abend im Osten auf, kann aber schon im November fast die ganze Nacht am Himmel beobachtet werden. Im Winter steht es dann als Teil des Winter­sechs­ecks hoch am Himmel. Wer Uranus entdecken möchte (wir empfehlen die Verwen­dung eines Teleskops) hält am besten nach dem hellen Stern Aldebaran im Stier und den Plejaden Ausschau, einem kleinen Sternen­haufen im „Nacken“ des Stiers. Uranus befindet sich fast genau zwischen den beiden auffal­lenden Objekten, mitten auf der Ekliptik.

Der sonnen­fernste Planet Neptun steht im Sternbild Fische, nicht weit vom strah­lenden Saturn entfernt, der als Auffind­hilfe dienen kann. Er verfrüht seine Unter­gänge deutlich und ist Ende des Jahres nur noch in der ersten Nacht­hälfte zu entdecken. Neptun ist aller­dings auch unter idealen Sicht­be­din­gungen für das bloße Auge unsichtbar. Er kann nur mit einiger Übung und geeig­neter Teles­ko­p­technik am Nacht­himmel beobachtet werden.

Fotos & Bilder: SkyChart/Planetarium Wolfsburg/NASA/ESA


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