Planetensichtbarkeiten

im aktuellen Quartal

Das Wort Planet geht auf den griechi­schen Begriff „planētēs” zurück, der soviel bedeutet wie „umher­irren” oder „umher­schweifen”. Alle Planeten, also auch die Erde, ändern auf Ihrer Bahn um die Sonne stehts ihre Position und sind immer wieder an anderer Stelle am Himmel zu finden. 


Sichtbarkeiten von Mai bis September 2026

Der Planet Merkur ist nur schwer zu beobachten. Da er der Sonne am nächsten ist, muss er sich weit „rechts“ oder „links“ von der Sonne befinden (also einen großen Winkel­ab­stand zur Sonne haben), damit er von der Erde aus gesehen werden kann. Wer Merkur zwischen Mai und September mit bloßem Auge am Himmel entdecken möchte, hat im Juni und im August die Chance. Anfang Juni ist er kurz nach Sonnen­un­ter­gang in nordwest­li­cher Richtung am Abend­himmel zu entdecken. Die lange Dämmerung macht ein Auffinden mit bloßem Auge aller­dings schwierig. Eine weitere Chance bietet sich im August, wenn Merkur in der ersten Monats­hälfte am Morgen­himmel erscheint. Man entdeckt ihn dann in ONO-Richtung knapp über dem Horizont für kurze Zeit in der Morgen­däm­me­rung, bevor er im Licht der aufge­henden Sonne verschwindet.

Die Venus kann bis in den September hinein am Abend­himmel entdeckt werden. Sie wird beständig heller und erreicht am 19. September mit ‑4,8m ihren größten Glanz. Aller­dings hat sie ihre Sicht­bar­keit am Abend­himmel dann schon drastisch verkürzt und ist im Licht der Abend­sonne nur noch schwer zu erkennen. Während sich die Venus im Beobach­tungs­zeit­raum durch die Stern­bilder Zwillinge, Krebs und Löwe bis zur Jungfrau bewegt, ergibt sich Anfang Juni ein hübsches Bild am Abend­himmel. In den ersten Junitagen wandert die Venus dicht am Planeten Jupiter vorbei und erreicht am 9. Juni ihre größte (schein­bare) Annähe­rung an den Gasriesen. Suchen Sie die beiden Planeten in Richtung WNW in der Abend­däm­me­rung knapp über dem Horizont.

Der Mars erscheint im Juli langsam wieder am Morgen­himmel. Zu entdecken ist er etwa ab Mitte Mai kurz vor Sonnen­auf­gang in östlicher Richtung. Bis in den September verfrüht er seine Aufgänge merklich und erscheint Ende September schon gegen 02:00 Uhr morgens in ONO-Richtung über dem Horizont. Im Beobach­tungs­zeit­raum wandert er langsam vom Sternbild Stier durch die Zwillinge und erreicht Ende September den Krebs.

Jupiter verfrüht im Mai und Juni seine Unter­gänge deutlich und wird Ende Juni unbeob­achtbar. Lange müssen wir aller­dings nicht auf ihn verzichten. Schon Mitte August taucht er langsam wieder auf. Dann am Morgen­himmel in nordöst­li­cher Richtung. Ende September geht er bereits gegen 3 Uhr morgens auf und strahlt hell am nächt­li­chen Himmel zwischen den Stern­bil­dern Krebs und Löwe, bis das Licht der aufge­henden Sonne ihn verblassen lässt.

Der Ringplanet Saturn erscheint im Juni am frühmor­gend­li­chen Himmel und baut seine Sicht­bar­keit bis September merklich aus. Am 04. Oktober steht er in Opposi­tion zur Sonne und kann Ende September bereits die ganze Nacht beobachtet werden. Wir entdecken ihn als strah­lenden Punkt im Sternbild Fische.

Der auch unter idealen Bedin­gungen äußerst licht­schwache Uranus wandert weiterhin sehr langsam durch das Sternbild Stier. Das Sternbild steht im Frühling am Taghimmel und erscheint erst im August in den frühen Morgen­stunden wieder am Nacht­himmel. Wer Uranus beobachten möchte, muss sich also bis zum Spätsommer gedulden.

Der sonnen­fernste Planet Neptun erscheint im Juni langsam wieder am frühmor­gend­li­chen Himmel. Beobachtbar wird der licht­schwache Planet aber erst Ende Juli bis Anfang August. Dann steht er in den Fischen, ganz dicht beim strah­lenden Saturn, der als Auffind­hilfe dienen kann. Neptun ist aller­dings auch unter idealen Sicht­be­din­gungen für das bloße Auge unsichtbar. Er kann nur mit einiger Übung und geeig­neter Teles­ko­p­technik am Nacht­himmel beobachtet werden.

Fotos & Bilder: SkyChart/Planetarium Wolfsburg/NASA/ESA


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