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Wissenschaftliche Vorträge

im Planetarium Wolfsburg


Foto: DLR

Termin

Mittwoch

22.01.2020

19:00

Prof. Dr. Ralf Jaumann

Mars, Churyumov-Gerasimenko und Ryugu

Ein Blick auf die Vielfalt unserer kosmischen Nachbarschaft

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Weltraummissionen zu Kometen, Asteroiden und dem Planeten Mars gehen den Fragen nach, wie unser Sonnensystem entstanden und Leben außerhalb der Erde möglich ist.

Am 2. März 2004 startete die Raumsonde Rosetta zu Churyumov-Gerasimenko, um ihn aus seiner Bahn um die Sonne zu begleiten und erstmals auf einem Kometen zu landen. Die am 2. Juni 2003 gestartete, europäische Mission "Mars-Express" liefert bis heute wichtige Daten zur Geologie, Mineralogie und Atmosphäre des Mars. Dies ermöglicht Aufschluss über die Klimageschichte des Roten Planeten, die Rolle und den Verbleib des Wassers und damit über mögliche habitable Zonen. Mehr als 17 Stunden erkundete die deutsch-französische Landesonde "MASCOT" (Mobile Asteroid Surface Scout) am 3. Oktober 2018 den Asteroiden Ryugu, um zu verstehen, wann und wie Asteroiden entstanden sind und aus was sie genau bestehen. Die Kenntnis der Zusammensetzung von Kometen und Asteroiden ist wichtig, um Prozesse der Planetenbildung zu verstehen und notfalls Gegenmaßnahmen zur Abwehr einer Kollision mit der Erde ergreifen zu können.

Ralf Jaumann studierte Geologie, promovierte 1989 in Geophysik und habilitierte 2003 in Geologie an der Ludwig-Maximilian Universität in München. Seit 1984 ist er als Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt tätig und leitet seit 1994 die Abteilung für Planetengeologie im Institut für Planetenforschung. 2006 wurde er zum Professor für Planetologie an der Freien Universität Berlin berufen. Er ist maßgeblich an Weltraumissionen zum Mars (NASA Pathfinder, ESA Mars Express Mission, ESA ExoMars Mission), zum Saturn (NASA/ESA Cassini/Huygens Mission), zur Venus (ESA Venus Express Mission), zu Kometen (ESA Rosetta Mission) and Asteroiden (NASA Dawn Mission, Mascot auf Hayabusa II)) beteiligt. Er ist Principle Investigator der High Resolution Stereo Kamera (HRSC) der ESA Mars Express Mission. Längere Forschungsaufenthalte führten ihn an die University of Hawaii, die Arizona State University in Phoenix, das Lunar and Planetary Lab in Tucson, das Jet Propulsion Laboratory in Pasadena und den U.S. Geological Survey in Flagstaff und Denver sowie als Gastprofessor an die Brown University in Providence, Rhode Island. Er untersuchte den Mond mehrere Jahre lang am Mauna Kea-Observatorium in Hawaii. Seine wissenschaftlichen Interessen umfassen die Untersuchung der Entstehung und Entwicklung planetarer Oberflächen und geologischer Prozesse im Sonnensystem sowie die Analyse der Zusammensetzung der Oberflächen planetarer Körper. 


Foto: Eva K. Grebel, Universität Heidelberg

Termin

Mittwoch

19.02.2020

19:00

Prof. Dr. Eva K. Grebel

Die Welt der Satellitengalaxien

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Wenn wir das Wort "Galaxie" hören, denken wir meist an ein großes Objekt mit vielen Milliarden Sternen und Spiralarmen. Doch findet man im Universum sehr viel häufiger deutlich kleinere und lichtschwächere Galaxien, so genannte Zwerg – oder Satellitengalaxien.  Kosmologische Modelle zur Galaxienbildung besagen, dass große Galaxien durch die Verschmelzung unzähliger kleinerer Objekte entstehen und wachsen.  Die heute noch übriggebliebenen Bausteine großer Galaxien verraten uns viel über die Bedingungen aus der Frühphase der Galaxienentstehung.

Prof. Dr. Eva K. Grebel promovierte 1995 im Fach Astronomie an der Universität Bonn.  Nach Postdoc-Aufenthalten an der University of Illinois in Urbana Champaign, der Universität Würzburg, der University of California in Santa Cruz und der University of Washington in Seattle folgte sie im Jahr 2000 einem Ruf auf eine Forschungsgruppenleiterstelle am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.  2003 wurde sie Professorin an der Universität Basel und übernahm 2004 die Leitung des dortigen Astronomischen Instituts.  Seit 2007 ist sie ordentliche Professorin für Astronomie an der Universität Heidelberg und Direktorin am Astronomischen Rechen-Institut.  Sie ist Sprecherin des Sonderforschungsbereichs "The Milky Way System" und Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie der Hector Fellow Academy. Ihr Forschungsschwerpunkt sind stellare Populationen und Galaxienentwicklung. Ihre Arbeiten wurden mit etlichen nationalen und internationalen Wissenschaftspreisen ausgezeichnet.

 


Foto: Flammarions Holzstich

Termin

Mittwoch

04.03.2020

19:00

3 Wissenschaftlerinnen, 3 Geschichten

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Frauen in der Wissenschaft – das gab es, so belegen historische Zeugnisse, schon seit der Antike. Eben solange kämpfen Frauen auf der ganzen Welt um die Anerkennung ihrer Leistungen – in vielen Regionen bis heute.

Anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März 2020 erzählen drei Wissenschaftlerinnen des Planetariums Wolfsburg von drei großen Frauen und Persönlichkeiten der Weltgeschichte, die diesen Kampf zu ganz unterschiedlichen Zeiten und auf ganz unterschiedliche Weise geführt haben – manchmal vergeblich, aber nie umsonst!

Eine Veranstaltung nicht nur für Frauen!


Foto: Prof. Dr. Frank Postberg

Termin

Mittwoch

18.03.2020

19:00

Prof. Dr. Frank Postberg

Leben im äußeren Sonnensystem?

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Seit die Raumsonde Cassini von 2004 bis 2017 den Ringplaneten besuchte, ist Saturns bemerkenswerter Eismond Enceladus in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Die Instrumente der Sonde entdeckten dort gewaltige Fontänen aus Eispartikeln und Gas. Diese schießen aus stark erwärmten Öffnungen am Südpol des Mondes hunderte Kilometer in die Höhe. Ein Ozean der sich unter dem -200°C kalten Eispanzer verbirgt, erwies sich als Quelle dieser „Cryo-Vulkane“. Inzwischen geht man davon aus, dass es sogar heiße Gebiete in den Tiefen des Ozeans gibt, ähnlich den Hydrothermalschloten am Grunde der irdischen Ozeane. In der kurzen Liste der Himmelskörper in unserem Sonnensystem auf denen man Leben finden könnte, belegt Enceladus seit diesen Entdeckungen einen Spitzenplatz.


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