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Der Mond

Gezeitenmotor mit historischem Fußabdruck

Unser Mond begleitet uns schon seit (beinahe) Anbeginn der Erde. Als einziger Trabant der Erde und größtes und hellstes Objekt am nächtlichen Sternenhimmel fasziniert er uns Menschen und beeinflusst unser Leben auf vielfältige Art und Weise.

Der Erdmond gehört zu den 5 größten Monden im Sonnensystem und ist mit einem Durchmesser von 3476 km sogar deutlich größer als der Zwergplanet Pluto. Mit seiner Gravitation verursacht er die Gezeiten und sorgt für die Stabilität unserer Erdachse, die ohne den Mond chaotisch taumeln würde was ein „Klimachaos“, also extreme Klimaschwankungen innerhalb geologisch kurzer Zeiträume, zur Folge hätte.

Markantestes Merkmal des Mondes am Himmel, ist seine wechselnde Lichtgestalt, die Mondphasen. Ein gesamter Mondphasenzyklus, also z.B. von Vollmond zu Vollmond, dauert rund 29 Tage (man spricht auch von einem synodischen Monat). In dieser Zeit wandert der Mond einmal um die Erde und wird dabei von der Sonne angestrahlt, wodurch sich für den irdischen Betrachter die Position der Tag-Nacht-Grenze auf dem Mond kontinuierlich ändert. Es ändert sich also die Perspektive aus der wir den Mond betrachten. Steht der Mond bezogen auf die Sonne von uns aus hinter der Erde, ist Vollmond. Wandert er weiter und steht nach etwa einer Woche neben der Erde ist Halbmond. Wieder eine Woche später steht der Mond am Taghimmel in Richtung Sonne und ist gar nicht zu beobachten (Neumond). Nach zwei weiteren Wochen hat der Mond wieder seine Vollmondstellung erreicht. Ab und zu kommt es vor, dass sich der Mond bei Neumond am Taghimmel direkt vor die Sonne schiebt und diese verdunkelt. Das nennt man eine Sonnenfinsternis, ein Ereignis, das zuletzt 1999 in Deutschland zu beobachten war. Wandert der Mond bei Vollmond nachts durch den Schatten der Erde, wird also kurzeitig nicht mehr von der Sonne angestrahlt, gibt es eine Mondfinsternis. Da die Mondbahn gegen die Bahnebene der Erde (Ekliptik) geneigt ist, steht der Mond bei Voll- oder Neumond meist leicht über oder unter der Ekliptik. Dadurch kommt es nur selten zu einer Verfinsterung und nicht wie man annehmen könnte einmal im Monat.

Aufmerksamen Mondbeobachtern wird noch etwas aufgefallen sein, nämlich dass uns der Mond immer die gleiche Seite zeigt, die Rückseite des Mondes kennen wir erst seit den unbemannten Mondmissionen der modernen Raumfahrt. Der Grund dafür ist die ungewöhnliche Rotation des Mondes. Er dreht sich pro Umlauf um die Erde genau einmal um die eigene Achse, also in rund 29 Tagen. Das wird in der Astronomie eine „gebundene Rotation“ genannt.

Die uns zugewandte Mondseite zeigt große dunkle Bereiche umgeben von helleren Regionen. Bei den dunklen Regionen handelt es sich um Tiefebenen, den sog. „Maria“, nach dem lateinischen Wort für „Meer“ (lat. mare bzw. Plural maria). Früher hielten die Menschen die dunklen Regionen für Wasser und glaubten, dass es Leben auf dem Mond gäbe. Heute wissen wir, dass die Maria durch gewaltige Einschläge von Asteroiden entstanden. Die Einschlagsbecken füllten sich mit dunkler Lava die langsam erkaltete und die Tiefebenen entstehen ließ. Der amerikanische Astronaut Neil Armstrong, der im Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat, machte seine historischen ersten Schritte in einem dieser Maria, dem „Mare Tranquilitatis“, was übersetzt „Meer der Ruhe“ bedeutet.

Entstanden ist unser Mond, so die gängige Theorie, durch eine kosmische Katastrophe. Kurz nach der Entstehung der Erde, vor ca. 4,5 Milliarden Jahren, kollidierte ein marsgroßer Körper mit der noch heißen jungen Erde. Bei dem leicht schrägen, streifenden Einschlag zerbrach der Impaktor und große Mengen an Bruchstücken aber auch Krusten- und Mantelmaterial der Erde wurden in den Weltraum geschleudert. Daraus formte sich in nur wenigen 1000 Jahren nach Meinung der Wissenschaftler der Mond.

Fotos: (c) NASA