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Wissenschaftliche Vorträge

im Planetarium Wolfsburg


Foto: Martina Strunz (MPI für Kernphysik, Heidelberg)

Termin

Mittwoch

23.10.2019

19:00

Prof. Dr. Klaus Blaum

Gefangen in der Ewigkeit - Das kosmische Antimaterie-Rätsel

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Wenige Augenblicke nach dem Urknall entstand Materie und Antimaterie in gleichen Mengen – um sich gegenseitig wieder auszulöschen. Doch ein kleiner Materieüberschuss überlebte und formte das uns heute bekannte Universum aus Sternen, Planeten und Galaxien. Die Ursache dieses kleinen Überschusses gehört zu den größten Rätseln der Physik. Ein präziser Vergleich der Eigenschaften von Materie und Antimaterie könnte zu seiner Lösung beitragen, denn bereits ein winziger Unterschied in der ansonsten so perfekten Spiegelsymmetrie könnte die Erklärung liefern. Zu diesen Eigenschaften zählen die Massen und die magnetischen Eigenschaften der Kernbausteine der Materie, Elektron und Proton, und deren Antiteilchen. Der Vortrag gibt einen Überblick über Präzisionsexperimente mit gefangenen und gekühlten Ionen in Penning-Fallen und widmet sich der Frage „Sind Protonen und Antiprotonen gleich schwer oder gibt es einen winzigen Gewichtsunterschied?“

Prof. Dr. Klaus Blaum promovierte im Jahr 2000 an der Universität Mainz. Nach einem vierjährigen Forschungsaufenthalt am CERN ging er zurück nach Mainz und leitete eine Helmholtz-Nachwuchsforschungsgruppe. Im Jahr 2007 wurde er als Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg berufen und leitet dort seither die Abteilung “Gespeicherte und gekühlte Ionen”. Seine Fachgebiete sind die Präzisionsmassenspektrometrie sowie laser- spektroskopische Untersuchungen an exotischen Nukliden. Er ist Mitglied der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg und der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Klaus Blaum wurden zahlreiche Preise und Auszeichnungen verliehen, unter anderem der Helmholtz-Preis, die Flerov-Medaille und der Gothenburg Lise Meitner Award. Vor kurzem erhielt er seinen zweiten ERC Advanced Grant.


Foto: Damian Gorczany/RUB

Termin

Mittwoch

13.11.2019

19:00

Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar

Von kleinen grünen Männchen und dem Untergang der Welt

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Immer wieder werden in der Öffentlichkeit Schreckensszenarien über einen bevorstehenden Weltuntergang lanciert. Häufig wird dabei über den möglichen Einschlag eines Planetoiden auf die Erde berichtet. Doch was steckt dahinter? In dem Vortrag soll der Frage nach dem wissenschaftlichen Wahrheitsgehalt von ernsteren aber auch von amüsanten Meldungen aus der Weltraumforschung nachgegangen werden. Durch die Beispiele aus Astronomie und Astrophysik wird sowohl eine historische Perspektive gegeben als auch die Wahrheitsfindung in der wissenschaftlichen Literatur beleuchtet.

Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar ist seit 1994 Professor für Astronomie an der Ruhr-Universität Bochum.
Nach seiner akademischen Ausbildung an der Universität Bonn mit der Promotion am Max-PlanckInstitut für Radioastronomie hat er zwischen 1986 und 1994 als Wissenschaftler an der Universität Bonn, dem Lowell Observatory in Flagstaff, AZ (USA) und für die European Space Agency (ESA) am Space Telescope Science Institute in Baltimore, MD (USA) gearbeitet. Er war für zwei Amtszeiten Dekan der Fakultät für Physik und Astronomie an seiner Universität und von 2009-2011 Präsident der Astronomischen Gesellschaft.  Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Entwicklung von Galaxien wobei er insbesondere den Einfluss des interstellaren Mediums auf die Entwicklung von Scheibengalaxien untersucht. Dazu benötigt er Beobachtungen aus dem gesamten Bereich des elektromagnetischen Spektrums. So hat er optische und Radio-Teleskope in der ganzen Welt aber auch Satelliten-Observatorien wie das Hubble-Weltraum-Teleskop oder das Röntgenobservatorium XMM-Newton der ESA benutzt.
 


Foto: Frommann/Uni Bonn

Termin

Mittwoch

04.12.2019

19:00

Prof. Dr. Hendrik Hildebrandt

Wie viel wiegt das Universum?

Wie man Dunkle Materie sichtbar macht und was das mit Kosmologie zu tun hat

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viel das Universum wiegt? Macht diese Frage überhaupt Sinn? Gibt es dazu theoretische Vorhersagen, die sich mit astronomischen Beobachtungen überprüfen lassen?

Mit modernen Großteleskopen vermessen beobachtende Kosmologen den Himmel und bedienen sich dabei des sogenannten schwachen Gravitationslinseneffekts. Anhand winziger Verzerrungen, die man in den Abbildungen von weit entfernten Galaxien feststellen kann, wird die mysteriöse dunkle Materie sichtbar gemacht. Daraus lässt sich die Gesamtmasse des Universums und deren Verteilung abschätzen. Diese Messungen, die in den letzten Jahren sehr viel genauer geworden sind, lassen sich mit Messungen des kosmischen Mikrowellenhintergrunds, der den Zustand des Universums kurz nach dem Urknall abbildet, vergleichen. Das äußerst erfolgreiche Standardmodell der Kosmologie macht direkte Aussagen darüber, wie diese beiden Beobachtungen zusammen hängen sollten. Neueste Resultate zeigen eine interessante Diskrepanz zwischen diesen Methoden auf, die sich in den nächsten Jahren zu einem ernsthaften Problem für das kosmologische Standardmodell auswachsen könnte. Eine mögliche Lösung dieses Problems wäre der Abschied von Einsteins kosmologischer Konstante und der Einführung einer mysteriösen, sich zeitlich verändernden dunklen Energiekomponente.


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