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Wissenschaftliche Vorträge

im Planetarium Wolfsburg


Foto: Dr. Roland Wagner

Termin

Mittwoch

30.01.2019

19:00

Dr. Roland Wagner

Die New Horizons-Mission im äußeren Sonnensystem

Neue Horizonte entdecken

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Die eisigen Objekte im äußeren Sonnensystem sind Zeugnisse seiner frühesten Entwicklung und besonders interessant für die Wissenschaft. Ihre detaillierte Erforschung wird erschwert durch die großen Entfernungen und enormen Kosten solcher Missionen. Die amerikanische New Horizons Mission wagte sich allen Widrigkeiten zum Trotz in diese fernen Regionen unseres Sonnensystems und sandte spektakuläre Bilder zurück zur Erde.

Missionen ins äußere Sonnensystem sind überaus teuer, nur selten durchführbar und durch lange Laufzeiten gekennzeichnet, wegen der großen zu überwindenden Entfernungen. Andererseits erreichen Objekte aus den äußeren Regionen des Sonnensystems auch die erd- oder sonnennahen Bereiche, da sie auf exzentrischen (also stark elliptischen) Bahnen die Sonne umrunden. Dann können wir sie mit etwas Glück als Kometen Beobachten oder mit Raumsonden erforschen.

Kometen entstammen u. a. einem Reservoir aus Eisobjekten, das auch größere planetare Körper, so genannte Zwergplaneten, umfasst und das jenseits der Neptunbahn in etwa scheibenförmig um die Sonne angeordnet ist. Diese Region wird als Edgeworth-Kuiper-Gürtel bezeichnet. Dort befindet sich auch der Zwergplanet Pluto mit seinen Monden, der erstmals im Juli 2015 von der Sonde New Horizons besucht wurde, die beim Vorbeiflug spektakuläre Bilder der Oberflächen von Pluto und seinem großen Mond Charon zurück zur Erde sandte. Seitdem wagt sich die Sonde immer tiefer in diesen unerforschten Bereich unseres Sonnensystems vor und soll zum Jahreswechsel 2018/19 an dem ca. 40 km großen Eiskörper (486958) 2014 MU69 (auch „Ultima Thule“ genannt) vorbeifliegen und zahlreiche Daten sammeln. Erste Bilder dieses spektakulären Vorbeifluges an dem am weitesten Entfernten Objekt das je von einer Raumsonde besucht wurde, sollen – bei hoffentlich erfolgreicher Mission – in dem Vortrag präsentiert werden.


Dr. Roland Wagner, Jahrgang 1953, studierte Physik und Geologie an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU), München. Nach dem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Planetare Fernerkundung am Institut für Optoelektronik des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen und wechselte Anfang der 90ger Jahre an das Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin-Adlershof. Dort ist er seitdem als Planetenforscher tätig und war an zahlreichen Raumfahrtprojekten von DLR, ESA und NASA beteiligt. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Erforschung der Eismonde des äußeren Sonnensystems und die Altersdatierung von Oberflächen im inneren und äußeren Sonnensystem. Herr Dr. Wagner war und ist u. a. an folgenden Missionen beteiligt:

  • NASA-Mission „Galileo“ zum Jupiter und seinen Monden
  • NASA-Mission „Cassini“ zum Saturn und seinen Monden
  • ESA-Mision „Mars Express (MEX)” zum Mars
  • NASA-Mission „Dawn“ zum Asteroiden Vesta und dem Zwergplaneten Ceres
  • geplante ESA-Mission „JUICE“ zum Jupiter

Foto: PD Dr. Elmar Buchner

Termin

Mittwoch

27.02.2019

19:00

PD Dr. Elmar Buchner

Klimawandel im Verlauf der Erd- und Menschheitsgeschichte

Ursachen, Wirkungen und Konsequenzen für die aktuelle Klimadiskussion

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Die Wetterextreme der letzten Jahre führten zu einer hitzigen Klimadiskussion in der meist auf die selbstverstärkenden Prozesse einer globalen Erwärmung hingewiesen wird, jedoch ab­schwächende Rückkopplungseffekte vernachlässigt werden. Der geowissenschaftliche Exkurs durch die Klimageschichte der Erde zeigt die Vielzahl der Ursachen, Wirkungen und Rückkopplungspro­zesse von Klimaschwankungen auf. Zusätzlich wird gezeigt, wie intensiv die Menschheitsentwicklung von klimatischen Prozessen abhängig war.

In der aktuellen Klimadiskussion werden die Gründe für die derzei­tige Klimaerwärmung im Wesentlichen auf zwei Faktoren reduziert: die menschgemachte Emission der Treibhausgase Kohlendioxid und Methan. Ein Rückblick in die Erdgeschichte und in deren jüngstes Ka­pitel, die Menschheitsgeschichte, zeigen jedoch, dass erhebliche und schnell verlaufende Klimaschwankungen von einer Vielzahl von Gründen verursacht werden können. In der derzeitigen Klimadiskus­sion wird überwiegend auf die selbstverstärkenden Prozesse einer globalen Erwärmung hingewiesen, wobei abschwächende Rück­kopplungseffekte vernachlässigt werden. Der geowissenschaftliche Exkurs durch die Klimageschichte der Erde zeigt die Vielzahl der Ursachen, Wirkungen und Rückkopplungsprozesse von Klima­schwankungen auf. Zusätzlich wird gezeigt, wie intensiv die Mensch­heitsentwicklung von klimatischen Prozessen abhängig war, wobei Warmzeiten in der Regel zu positiven Entwicklungssprüngen führ­ten.


PD Dr. Elmar Buchner, Jahrgang 1965, studierte Geologie und Palä­ontologie an der Universität Stuttgart. Bis 2000 arbeitete er als wis­senschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geologie und Paläontologie der Universität Stuttgart und erhielt im Jahr 2000 eine Forschungsdozentur am Institut für Planetologie derselben Universität. 2011 wurde er Direktor des Ries-Kratermuseum Nördlingen. Seit 2012 ist er in der Hochschulleitung der Hochschule Neu-Ulm tätig und hält im Rahmen einer Privatdozentur weiterhin regelmäßig Vorlesungen an der Universität Stuttgart. Hinzu kommen Lehraufträge an der Universität Hohenheim, am Institut für Geowissenschaften und Geographie in Halle (Saale) und an der Universität Heidelberg.

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind neben der Klimage­schichte der Erde insbeson­dere die Impaktforschung. Herr Dr. Buchner hat zahlreiche Facharti­kel veröffentlich und schrieb im Jahr 2005 (zusammen mit seinem Vater Norbert Buchner) das populär­wissenschaft­liche Buch „Klima und Kulturen: Die Geschichte von Paradies und Sintflut“.


Foto: Dr. Peter-Christian Zinn

Termin

Mittwoch

06.03.2019

19:00

Dr. Peter-Christian Zinn

Hawking und die Schwarzen Löcher

Zum Tod eines Weltgeistes

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Stephen Hawking, das „Genie im Rollstuhl“, ist der wohl bekannteste Physiker seit Albert Einstein. Sein Tod am 14. März 2018 (übrigens ist der 14. März auch der Geburtstag Einsteins) bewegte die ganze Welt weit über die Grenzen der Wissenschaft hinaus. Der Vortrag möchte in einer Hommage an dieses Jahrhun­dertgenie Leben und Werk Hawkings beleuchten – ganz nach dem Vorbild des großen Physikers selbst: in bildhafter, allgemeinver­ständlicher Sprache, die die Faszination für unser Universum weckt.

Dass Stephen Hawking trotz seiner frühen Erkrankung an der Amyotrophen Lateralsklerose (kurz ALS) und der damit einhergehen­den vollständigen Lähmung bis hin zur totalen Sprachlosigkeit viele Rätsel des Universums, insbesondere seiner verrücktesten Bewoh­ner, der Schwarzen Löcher, zu lösen verstand, macht seine Lebens­geschichte umso ermutigender auch für alle Nicht-Physiker. Ange­sichts der Dimensionen unseres Kosmos‘ sind wir schließlich alle – egal ob mit oder ohne Handicap – sprachlos.


Dr. Peter-Christian Zinn, studierte Physik und Astronomie an der Ruhr-Universität Bochum. Er promovierte in Kooperation mit CSIRO Astronomy & Space Science in Sydney im Jahr 2013, mit nur 24 Jahren, zur Co-Evolution von Schwarzen Löchern und ihren Wirts­galaxien im frühen Universum. Hier konnte er zeigen, dass ein aktives Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie keineswegs auto­matisch für einen Stopp der Sternentstehung in dieser Galaxie ver­antwortlich ist, wie es die bis dahin gängige Forschungslage vermuten ließ, sondern dass das Wechselspiel zwischen Schwarzen Löchern und ihrer Umgebung wesentlich komplexer ist. Die von ihm zur quantitativen Analyse des Problems entwickelten Data-Mining Methoden legten darüber hinaus einen Grundstein für die Anwen­dung von künstlicher Intelligenz in der astrophysikalischen Forschung.

Heute ist Dr. Zinn als Scientific Advisor am Bochumer Institut für Technologie zwar immer noch der Wissenschaft verbunden, sein Tätigkeitsfeld hat sich jedoch verstärkt in die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung verlegt, wo er als Leiter des "Werk X", dem kommunalen Startup-Inkubator der Stadt Bochum, als auch mit einer ganzen Reihe eigener Unternehmen die Gründer-Szene des Ruhrgebiets aufmischt. Darüber hinaus ist er regelmäßiger Referent bei Volkshochschulen, Sternwarten oder anderen Bildungsanbietern wie etwa dem Zeiss Planetarium Bochum zu populärwissenschaftli­chen Themen der (Astro-) Physik und Artverwandtem.


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