Zum Inhalt springen

Wissenschaftliche Vorträge

im Planetarium Wolfsburg


Foto: Sebastian Petersen/palaeon

Termin

Mittwoch

24.10.2018

19:00

Dr. Jordi Serangeli

Schöningen vor 300.000 Jahren

Was können wir heute von den Steinzeitmenschen lernen?

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Die altsteinzeitliche Fundstelle Schöningen, im Landkreis Helmstedt, bietet dank einer sehr guten Erhaltung und einer langjährigen multidisziplinären und internationalen Forschung einen einmaligen Einblick in die Zeit vor ca. 300.000 Jahren in Mitteleuropa. Hier lassen sich parallel zueinander Klima und Umwelt zur damaligen Zeit und das Leben unserer Vorfahren ausgezeichnet erforschen.

Die Vielfalt dieser Natur erscheint uns heute exotisch, wie aus der Phantasie eines Science-Fiction Autors entsprungen. Aber hier, in unserer Region, lebten Nashörner, Elefanten, Löwen und Säbelzahnkatzen in großer Zahl, um nur einige der größeren Säugetiere zu nennen.  Und der Mensch war ein Teil dieser Umwelt.

Ein solcher Blick in die Vergangenheit ist heute besonders wichtig, um die Armut an biologischer Vielfalt in Mitteleuropa und wie es dazu kam, angemessen zu verstehen. Die Fundstelle Schöningen hält uns vor Augen wie "modern" der damalige Mensch, der sog. Homo Heidelbergensis, gewesen ist und wie "primitiv" wir in manchen unserer Verhaltensweisen heute sind.

Dr. Jordi Serangeli, Jahrgang 1971, studierte Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Klassische Archäologie in Mainz und Tübingen. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Urgeschichte und Naturwissenschaftliche Archäologie der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Seit 2008 ist er örtlicher Grabungsleiter der vom Senckenberg „Centre for Human Evolution and Paleoenvironment“ (HEP) in Tübingen mitbetriebenen Grabungsstelle Schöningen. Neben der Koordination der Grabungen und Auswertung der Funde interessiert sich Dr. Serangeli insbesondere für die Beziehung Mensch und Umwelt in der Vergangenheit und heute. Auch die paläolithische Kunst und das Aussterben und die Wiederansiedlung von Großsäugern in Europa sind Schwerpunkte seine Forschung.


Foto: DLR

Termin

Mittwoch

28.11.2018

19:00

Volker Schmid

HORIZONS - Wissen für morgen

Alexander Gerst und seine 2. Mission zur ISS

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Schon heute Wissen für Morgen sammeln, um unsere Zukunft zu gestalten – das ist das Ziel der aktuellen Mission „Horizons“ zur Internationalen Raumstation ISS. Wieder mit dabei Astronaut Alexander Gerst, der Anfang Oktober als erster Deutscher überhaupt auch das Kommando auf der ISS übernehmen wird.

Der Vortrag von Volker Schmid, Missionsleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für die Horizons-Mission, gibt spannende Einblicke in die Arbeit von Alexander Gerst im All und präsentiert erste Ergebnisse und Highlights. Etwa 65 europäische Experimente wird Alexander Gerst auf der ISS durchführen, über 40 davon mit deutscher Beteiligung. Magnetfelder, künstliche Intelligenz, Fluoreszenzmikroskopie sind nur einige der vielen Bereiche in denen unter der Schwerelosigkeit im All geforscht wird und an denen Volker Schmid und sein Team am DLR beteiligt sind.

Aber warum forschen wir eigentlich im All und wie profitieren wir auf der Erde von den Ergebnissen? Können die auf der ISS gesammelten Erkenntnisse uns helfen, die Planung und Durchführung künftiger bemannter Mond- oder gar Marsmission zu optimieren?

Antworten auf diese und viele andere Fragen erhalten sie in dem facettenreichen Bildvortrag mit vielen einzigartigen Einblicken aus erster Hand in das größte Technologieprojekt und größte internationale Raumfahrtprojekt unserer Zeit.

Volker Schmid, Jahrgang 1963, studierte nach einer Lehre als Feinmechaniker Flugzeugbau und Raumfahrttechnik an der FH Aachen und ist seit 1996 Raumfahrtingenieur beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Er beschäftigt sich mit Systemanalysen zukünftiger Raumtransportsysteme und begleitete ab 2001 als Programm Manager im DLR-Raumfahrt-management Produktion und Betrieb des Raumtransporters ATV (Automated Transfer Vehicle) als Teil des ESA-ISS Programms.
Seit 2011 leitet er die Fachgruppe ISS in der Abteilung Astronautische Raumfahrt, ISS und Exploration und ist Delegierter im Programmrat „Exploration and Utilisation Board“ (EUB) der ESA, einem Gremium, das u.a. für die wissenschaftliche Nutzung der ISS zuständig ist, beim DLR Raumfahrtmanagement.
Bereits bei Alexander Gersts erster ISS-Mission im Jahr 2014, der „Blue Dot“-Mission, war Volker Schmid DLR-Missionsleiter und ist es auch für die laufende Mission „Horizons“.
Er war und ist Projektleiter für zahlreiche weiterer Vorhaben, ISS-Experimente und Studien aus dem Nationalen Programm des DLR Raumfahrtmanagements, so z.B. bei den Vorhaben MagVector/MFX und CIMON.


Foto: Prof. Dr. Stefan Jordan

Termin

Mittwoch

05.12.2018

19:00

Prof. Dr. Stefan Jordan

Gaias zweiter Sternkatalog

Die hochpräzise Vermessung der Milchstraße

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Dauer: ca. 60-70 Minuten
 

Seit 2014 vermisst der Gaia-Satellit der ESA eine riesige Zahl von Sternen unserer Milchstraße, um ein besseres Verständnis der Struktur und Entwicklung unserer Heimatgalaxie zu bekommen. Die Milchstraße ist das System aus rund 200 Milliarden Sternen, dem unsere Sonne und ihre Planeten angehören. Neben den Sternen bilden große Gas- und Staubmassen und die mysteriöse Dunkle Materie ihre wesentlichen Bestandteile. In den letzten Jahrzehnten haben die Astronomen sehr viel über den Aufbau und die Entwicklung des Milchstraßensystems gelernt. Aber viele Fragen sind noch offen.

Zur Beantwortung dieser Fragen ist die genaue Bestimmung der Entfernung sehr vieler Sterne nötig. Ohne deren Kenntnis, kann man von der Erde aus zwar bestimmen, wie viel Strahlung eines Sternes auf der Erde ankommt, nicht aber wie viel Energie von der Oberfläche des Sternes wirklich ausgesandt wird. 

Darüber hinaus müssen wir nicht nur die Lage der Sterne im Raum kennen, sondern auch ihre Bewegungen. Die auf die Sterne wirkenden Gravitationskräfte, die sich aus der Verteilung der Massen in der Milchstraße ergeben, drücken sich vor allem in der Verteilung ihrer Geschwindigkeiten aus. Auch kann man aus den Bewegungen von Sterngruppen Aussagen über die Entwicklungsgeschichte unserer Milchstraße erhalten.

Am 25. April 2018, ist der zweite Gaia-Katalog (Gaia DR2) erschienen: Von mehr als 1,3 Milliarden Sternen wurden die Positionen, Bewegungen, Parallaxen (Entfernungen), Helligkeiten und Farben der Sterne mit hoher Präzision bestimmt. Diese Daten sind eine Quelle für neue Erkenntnisse in praktisch allen Gebieten der Astrophysik und fast täglich erscheinen neue wissenschaftliche Veröffentlichungen, die auf den Gaia-Daten basieren. Der Vortrag präsentiert und erklärt die wichtigsten Erkenntnisse und Highlights des Gaia DR2.

Prof. Dr. Stefan Jordan studierte und Promivierte im Fach Physik an der Universität Kiel. Sein beruflicher Werdegang führte ihn von Kiel an die Louisiana State-University in Baton Rouge, USA, von dort an die Universitäten Göttingen und Tübingen und schließlich an die Universität Heidelberg, wo er 2014 die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor erhielt. Er führte astronomische Beobachtungen an der Deutsch-Spanischen Sternwarte am Calar Alto Observatorium in Spanien, bei der Europäischen Südsternwarte in Chile (La Silla Paranal) und am Anglo-Australischen Teleskop (AAT) in Australien durch. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen die Astrometrie (Vermessung der Positionen und Bewegung von Sternen), Sternatmosphären und Spätphasen der Sternentwicklung. Neben irdischen Groß-Teleskopen nutzt er für seine Forschungen u.a. Beobachtungsdaten des Hubble-Space-Teleskops und der Röntgensatelliten EXOSAT und ROSAT. Im Gaia-Projekt ist er zuständig für die tägliche Qualitätskontrolle der Gaia-Daten, Visualisierung der Daten, Aktualisierung und Pflege der Datenbanken und für die Öffentlichkeitsarbeit.


Das könnte Sie auch interessieren

Der Sternenhimmel LIVE erklärt

Unsere LIVE moderierten Sternenshows bieten Ihnen die Möglichkeit den wunderschönen Planetariums-Sternenhimmel zu genießen, Fragen zu stellen und sich direkt zu astronomischen Themen zu informieren.

Geheimnis Dunkle Materie

Woraus besteht der Kosmos? Diese Frage beschäftigt uns seit Menschengedenken - und wir haben sie immer noch nicht beantwortet. Denn rund ein Viertel des gesamten Universums besteht aus einer geheimnisvollen Dunklen Materie.