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Planetensichtbarkeiten

im aktuellen Quartal

Das Wort Planet geht auf den griechischen Begriff „planētēs" zurück, der soviel bedeutet wie „umherirren" oder „umherschweifen". Alle Planeten, also auch die Erde, ändern auf Ihrer Bahn um die Sonne stehts ihre Position und sind immer wieder an anderer Stelle am Himmel zu finden. 


Sichtbarkeiten von April bis Juni 2020

 

Merkur können wir im Frühling das zweite und damit das letzte Mal am Abendhimmel auffinden. Der Planet wird sich in unseren Breiten ab Mitte Mai bis in die erste Juniwoche in nordwestlicher Richtung zeigen. Wie immer braucht man eine gute Sicht auf den Horizont und auch das Wetter muss mitspielen, damit nicht zuviele Dunstschichten den Blick auf den Planeten versperren. 

Venus wird im April zum Star am Abendhimmel. Sie ist das hellste natürliche Objekt am Himmel, nach Sonne und Mond. Unser innerer Nachbarplanet überholt auf ihrer Bahn unsere Erde und kommt uns somit immer näher. Als Planet strahlt die Venus aber kein eigenes Licht aus. Wir beobachten von der Erde sowohl die Tag- als auch die Nachtseite der Venus. Ähnlich wie beim Mond sehen wir  mit Hilfe eines Teleskops eine Dreiviertelvenus, Halbvenus oder sichelförmige Venus. Und auch bei der Venus nennen wir das Phasen. Aber genauso wie es beim Mond den Neumond gibt, gibt es bei der Venus die Neuvenus. Im Mai verabschiedet sich die Venus vom Abendhimmel und sie steht für ein paar Wochen zusammen mit der Sonne unbeobachtbar am Taghimmel. Aber lange müssen wir nicht warten. Schon in der letzten Juniwoche kurz vor Sonnenaufgang taucht sie wieder am Morgenhimmel auf. Zusammen mit dem abnehmenden Mond bietet sie am 19. Juni einen wunderschönen Anblick und belohnt alle Frühaufsteher.

Mars geht zwischen April und Juni immer früher am Morgenhimmel auf. Der rote Planet bereitet sich auf seinen großen Auftritt im Oktober vor. Langsam und stetig nimmt seine Helligkeit zu. Im Quartal wandert er von der Erde aus gesehen vor den Sternbildern Steinbock, Wassermann und im Juni den Fischen entlang. 

Jupiter können wir in der zweiten Nachthälfte beobachten. Er steht zwar tief im Südosten am Himmel, dort fällt er aber durch seine Helligkeit auf. Auch den Jupiter überholen wir mit der Erde im Sommer. Das können wir im Himmel verfolgen. Bewegt sich der Planet die meiste Zeit vor dem Sternenhintergrund langsam von Osten nach Westen. Ab Mai beobachten wir das diese Bewegung immer langsamer wird und zum Stillstand kommt und dann in die entgegensetzte Richtung weiterwandert. Diese Bewegung nennen Astronomen Oppositionsschleife, da wir, würden wir den Bewegungspfad des Planeten nachzeichnen auch tatsächlich eine Schleifenform erhalten. Das Wort Opposition bedeutet Gegenüberstellung. Sonne und Jupiter stehen sich von der Erde aus betrachtet genau gegenüber und zwar in dem Moment, wenn die Erde den Riesenplaneten überholt. Dann hat er die geringste Distanz zu uns, seine größte Helligkeit und wir können ihn die ganze Nacht lang sehen. Der Oppositionstag ist der 14. Juli 2020.

Saturn hält sich im Sternbild Steinbock auf. Auch dieses Sternbild gehört noch zum Teil des Tierkreises, der relativ niedrig steht. Kurz nach dem Jupiter, am 24. Juli, steht der Saturn ebenfalls in Opposition. Und natürlich vollführt der Saturn eine ähnliche Oppositionsschleife am Himmel wie Jupiter. Der Unterschied liegt darin, dass sich der Ringplanet sehr viel langsamer bewegt, als der Jupiter und seine Schleife nicht so langgezogen ist. Am 18. Mai werden die beiden Planeten während ihrer Oppositionsschleifen sehr nahe kommen.

Uranus steht im April und Mai zusammen mit der Sonne am Taghimmel. Auch im Juni hat sich der Uranus noch nicht wirklich freigekämpft. Der grünliche Eisgigant steht unbeobachtbar im Sternbild Widder.

Auch Neptun bleibt zunächst ebenfalls unbeobachtbar. Erst im Juni können wir den äußersten Planeten im Sternbild Steinbock mit einem lichtstarken Teleskop am Morgenhimmel im Sternbild Wassermann beobachten.

Fotos & Bilder: SkyChart/Planetarium Wolfsburg/NASA/ESA


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