Zum Inhalt springen

Planetensichtbarkeiten

im aktuellen Quartal

Das Wort Planet geht auf den griechischen Begriff „planētēs" zurück, der soviel bedeutet wie „umherirren" oder „umherschweifen". Alle Planeten, also auch die Erde, ändern auf Ihrer Bahn um die Sonne stehts ihre Position und sind immer wieder an anderer Stelle am Himmel zu finden. 


Sichtbarkeiten von Juli bis September 2019

 

Merkur macht im August eine kleine Stippvisite am Morgenhimmel ist aber schwer zu beobachten. Er ist der sonnennächste Planet und daher (bei Sichtbarkeit) immer kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang tief am West- bzw. Osthimmel zu finden.

Venus, unser innerer Nachbarplanet, bleibt von Juli bis September unbeobachtbar. Mitte August überholt sie die Sonne im Sternbild Krebs und steht dann in oberer Konjunktion mit ihr. Damit erreicht die Venus auch ihre größte Entfernung von der Erde, denn von uns aus gesehen steht sie jetzt jenseits der Sonne. Erst im November tauch die Venus langsam wieder am Abendhimmel auf.

Mars, unser äußerer Nachbarplanet, bleibt wie die Venus das ganze Quartal unbeobachtbar. Auch auf ihn müssen wir noch bis November warten, wo er sich langsam wieder am Morgenhimmel zu zeigen beginnt. Am 2. September steht er in Konjunktion mit der Sonne und ist zu diesem Zeitpunkt rund 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, was fast die maximal mögliche Distanz des Roten Planeten zur Erde ist.

Jupiter ist das ganze Quartal über ein auffälliges Gestirn am Nachthimmel, was man kaum übersehen kann. Er beherrscht die erste Nachthälfte und ist nach dem Mond das hellste Gestirn am Himmel. Langsam wandert er von Juli bis September zunächst rückläufig und ab dem 11. September dann wieder rechtläufig durch das Sternbild Schlangenträger und beendet damit seine Oppositionsperiode.

Saturn kommt am 9. Juli im Sternbild Schütze in Opposition zur Sonne und damit seine günstigste Beobachtungsperiode. Zusammen mit Jupiter dominiert der etwas kleinere Ringplanet den Abendhimmel und zieht sich erst im Dezember wieder unter den Horizont zurück. Schon mit einfachen optischen Hilfsmitteln (guter Feldstecher, Hobbyteleskop) sind jetzt die Saturnringe zu erkennen, ein Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Uranus ist mit bloßem Auge kaum beobachtbar. Er beginnt am 12. August seine Oppositionsschleife und wandert dann rückläufig durch das Sternbild Widder. Gegen Ende des Monats erreicht er seine maximale Helligkeit (5,7 mag). Unter idealen Bedingungen kann er jetzt theoretisch mit bloßem Auge gesehen werden, einfacher geht es allerdings mit einem Fernglas oder Teleskop. Gegen Ende des Quartals nähert sich Uranus langsam seinem Oppositionspunkt (er erreicht ihn am 28. Oktober) und wird die ganze Nacht beobachtbar.

Neptun ist mit bloßem Auge nicht beobachtbar. Im Fernglas oder Teleskop ist er als unscheinbarer bläulicher Lichtfleck im Sternbild Wassermann zu finden, wo er auch am 10. September seinen Oppositionspunkt zur Sonne erreicht.


Sichtbarkeiten von Oktober bis Dezember 2019

 

Merkur bleibt von Oktober bis Ende November unbeobachtbar. Am 11. November kommt er in untere Konjunktion mit der Sonne. Dabei wandert der sonnennächste Planet als dunkles Pünktchen vor der Sonnenscheibe vorbei. Ein solches Ereignis wird Merkurtransit genannt und ist nur selten zu beobachten. Das Ereignis beginnt um 13:35 Uhr und endet um 19:04 Uhr. Da die Sonne an diesem Tag um 16:42 Uhr untergeht, lässt sich etwa die Hälfte des Ereignisses bei uns verfolgen. Hierzu benötigt man ein Teleskop mit einem geeigneten Sonnenfilter! Bitte schauen sie niemals mit einem Fernrohr oder Teleskop ohne Sonnenfilter direkt in die Sonne, da das schwere Augenschäden zur Folge haben kann! Ende November bis Anfang Dezember lässt sich Merkur mit bloßem Auge am Morgenhimmel finden und bietet dann die günstigste Morgensichtbarkeit des gesamten Jahres.

Venus taucht gegen Ende Oktober am Abendhimmel auf. Die noch unauffällige Venus wandert langsam durch die südlichen Bereiche des Tierkreises. Anfang November tritt sie ins Sternbild Skorpion und wandert dann durch Schlangenträger und Schütze, bis sie kurz vor Weihnachten das Sternbild Steinbock erreicht. Einen besonders hübschen Anblick bieten am 28. November gegen 17:30 Uhr die Planeten Saturn, Venus und Jupiter. Zusammen mit der dünnen Sichel des zunehmenden Mondes zwischen Venus und Jupiter bilden sie am Himmel eine kleine „Planetenparade“ knapp über dem südwestlichen Horizont.

Mars taucht im November am Morgenhimmel auf und baut seine Sichtbarkeit ganz langsam aus. Der Rote Planet wandert rechtläufig durch das Sternbild Jungfrau und erreicht Anfang Dezember das Sternbild Waage. Noch ist der Mars am Himmel eher unauffällig. Erst im Herbst 2020 wird er wieder zu einem auffälligen rötlich schimmernden Himmelsobjekt geworden sein, das es an Helligkeit mit dem Riesenplaneten Jupiter aufnehmen kann.

Jupiter, der im Oktober noch am Abendhimmel im Sternbild Schlangenträger beobachtet werden kann, verabschiedet sich im November allmählich vom Abendhimmel und wird Ende des Monats für das bloße Auge unsichtbar.

Saturn hält es noch etwas länger als Jupiter am Abendhimmel. Er strebt im Sternbild Schütze tief am südwestlichen Himmel seiner Konjunktion mit der Sonne entgegen, die er im Januar 2020 erreichen wird. Mitte Dezember zieht sich der Ringplanet endgültig vom Abendhimmel zurück und wird unbeobachtbar.

Uranus erreicht am 28. Oktober im Sternbild Widder seinen Oppositionspunkt und damit seine maximale Sichtbarkeit. Unter extrem guten Bedingungen ist er jetzt theoretisch mit bloßem Auge erkennbar. Solche idealen Sichtbedingungen (klare Luft, keinerlei „Lichtverschmutzung“) sind in Mitteleuropa allerdings kaum noch irgendwo zu finden, sodass man besser ein gutes Fernglas oder Hobbyteleskop zu Hilfe nimmt.

Neptun ist als sonnenfernster Planet mit bloßem Auge nicht beobachtbar. Im Fernglas oder Teleskop ist er am Abendhimmel als bläulicher Lichtfleck im Sternbild Wassermann zu finden, dass er zunächst noch rückläufig durchläuft. Am 27. November beendet er seine Oppositionsperiode und wird wieder rechtläufig. Er kann noch bis Ende des Jahres mit lichtstarker Optik aufgefunden werden.

Fotos & Bilder: SkyChart/Planetarium Wolfsburg/NASA/ESA


Das könnte Sie auch interessieren

Der Sternenhimmel LIVE erklärt

Unsere LIVE moderierten Sternenshows bieten Ihnen die Möglichkeit den wunderschönen Planetariums-Sternenhimmel zu genießen, Fragen zu stellen und sich direkt zu astronomischen Themen zu informieren.

Planeten - Expedition ins Sonnensystem

Unternehmen Sie mit uns eine Reise zu unseren Nachbarplaneten. Die Kuppel des Planetariums macht es möglich. Mit Hilfe der neuesten Messdaten der Planeten-Missionen zeigen wir Aufnahmen und detailgetreue digitale Landschaften in 360 Grad.