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Der aktuelle Sternenhimmel

im Frühling & Sommer 2020

Der Sternenhimmel am 15.5.2020 um ca. 23 Uhr

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg


Der Sternenhimmel im Frühling 2020 
gegen ca. 23 Uhr MESZ.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg

Der Sternenhimmel
im Frühling 2020

Der Sternenhimmel des Frühlings erschließt sich uns mit Hilfe des Großen Wagens. Und diesen könenn wir auch sehr einfach finden, denn er steht im Zenit, an der höchsten Stelle des Himmels.

Viele Sternengucker verwenden den Großen Wagen, um mit seinen beiden hinteren Kastensternen Dubhe und Merak den bekannten Polarstern zu finden und damit auch die Nordrichtung. Legt man eine Linie durch diese beiden Sterne, verlängert diese in die andere Richtung und wiederholt das auch mit den beiden vorderen Kastensternen Phekda und Megrez, dann treffen sich diese beiden Linien in einem der Frühlingsternbilder. Es ist der Löwe.

Der Körper des himmlischen Königs der Tiere stellt ein Trapez dar. In dunklen Nächten erkennen wir etwas westlich oberhalb auch gut einen Halbbogen, der an eine Sichel erinnert. Er stellt die Löwenmähne dar. Den hellsten Stern finden wir in der vorderen Flanke des Tieres. Der Stern heißt Regulus und leuchtet blau.

Die nächsten Sternbilder des Frühlings können wir unter zur Hilfenahme der Deichsel des Großen Wagens finden. Diese ist leicht geschwungen und wenn wir diesem Schwung folgen, kommen wir zu einem weiteren markanten Stern am Nachthimmel - dem Stern Arkturus. Es ist der dritthellste Stern am Nachthimmel. Dies liegt daran, dass er uns astronomisch betrachtet sehr nah ist. Nur etwa 37 Lichtjahre trennen uns von dem roten Riesenstern. Seinen Ursprung nimmt dieser Stern vermutlich nicht mal  in unserer Milchstraße, sondern in einer kleinen Zwerg-Galaxie, die von unserer Milchstraße vor langer Zeit einverleibt wurde. Er ist der Hauptstern im auffälligen Sternbild Bärenhüter.

Nehmen wir den Schwung der Deichsel von Arkturus noch ein zweites Mal mit, dann landen wir bei dem Stern Spica im Sternbild der Jungfrau. Dieser Stern gehört auch zu hellsten Sternen des Nachthimmels, ist aber mit 250 Lichtjahren deutlich weiter von uns entfernt und ein blauer Riesenstern, der einen kleinen Begleitstern hat. Übersetzt bedeutet Spica Kornähre.

Nun haben wir die drei Sterne gefunden, die das sogenannte Frühlingsdreieck aufspannen. Dies hilft uns bei der ersten groben Orientierung am Frühlingsabend. Es sind auch die ersten Sterne, die wir sehen, nachdem die Sonne unter dem Horizont versunken ist oder sie gehören noch zu den wenigen Sternen über einer Stadt mit viel Lichtverschmutzung, die wir noch wahrnehmen können.

Ergibt sich die Möglichkeit fernab von Umgebungslicht in einen klaren Himmel zu beobachten, sehen wir auch die lichtschwächeren, in ihrer Menge aber nicht weniger eindrucksvollen Sterne des Sternbildes Haar der Berenike oder erkennen das Sternendiadem der Nördlichen Krone. Westlich vom Löwen kann man auch das lichtschwache Sternbild des Krebses entdecken. Diejenigen unter uns, die dann auch noch einen Beobachtungsort mit freier Sicht zum südlichen Horizont gefunden haben, können sich auf die Suche nach dem Himmelraben begeben.

Wann und wo kann ich im Frühling 2020 Planeten finden? Wann ist es wieder Vollmond?


Der Sternenhimmel im Sommer 2020 
gegen ca. 23 Uhr MESZ.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg

Der Sternenhimmel
im Sommer 2020

Im Sommer begleitet uns hoch am Himmel das Sommerdreieck. Diese markante Konstellation heller Sterne ist wie das Frühlingsdreieck oder Herbstviereck ein sogenannter Asterismus und kein Sternbild. Das Sommerdreieck setzt sich zusammen aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler, die jetzt im Sommer besonders hoch am Himmel stehen.

Die westliche Spitze des Dreiecks bildet der Stern Wega in der Leier, einer der hellsten Sterne des nördlichen Sternenhimmels und mit nur 25 Lichtjahren Entfernung ein relativ nahe gelegener Stern. Wega markierte vor etwa 14.000 Jahren den Himmelspol (an dem sich heute der Polarstern befindet) und wird in ca. 12.000 Jahren, aufgrund der Präzessionsbewegung der Erde, diese Stellung erneut einnehmen.

Die nordöstliche Spitze des Dreiecks bildet Deneb im Sternbild Schwan. Seine zwei hellen Sternenreihen bilden ein markantes Kreuz am Himmel, weshalb der Schwan auch als Kreuz des Nordens bekannt ist. Im Sternbild Schwan befindet sich der Himmelsausschnitt, der für das Weltraumteleskop Kepler als Zielgebiet für die Suche nach Exoplaneten ausgewählt wurde. Viele der bisher entdeckten Exoplaneten befinden sich daher im Sternbild Schwan.

An der südlichen Spitze des Sommerdreiecks sitzt Altair oder Atair im Sternbild Adler. Durch die Sternbilder Adler und Schwan zieht sich das Band der Milchstraße, das leider viel zu oft aufgrund der Lichtverschmutzung über unseren Städten dem bloßen Auge verborgen bleibt. Streift man mit einem Fernglas oder Teleskop durch diese Sternbilder kann man viele interessante Strukturen entdecken, z. B. dunkle Wolken, helle Gasnebel und Sternhaufen.

Ganz nah beim Sommerdreieck und dem Stern Altair finden wir ein weiteres kleines aber auffälliges Sommersternbild, den Delphin. Seine hellen und am Himmel dicht zusammenstehenden Sterne bilden eine kleine Raute, den Delphinkörper, eine Konstellation die im Englischen auch „Job’s Coffin“ genannt wird und die leicht dreieckige Schwanzflosse des Delphins, der über das Band der Milchstraße zu springen scheint.

 


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