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Der aktuelle Sternenhimmel

im Sommer & Herbst 2022

Der Sternenhimmel am 24.09.2022 gegen 0 Uhr

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg


Der Sternenhimmel im Februar 2023 
gegen 24 Uhr MESZ.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg

Der Sternenhimmel
November 2022 - Februar 2023

Der nächtliche Winterhimmel gilt – nicht nur wegen seiner Dunkelheit – als der schönste des Jahres. Einige der (für das bloße Auge) hellsten Sterne tummeln sich jetzt dicht beieinander am Nachthimmel.

Die dominierende Konstellation ist das Wintersechseck. Im November erscheint es erst gegen Mitternacht in ostsüdöstlicher Richtung vollständig über dem Horizont, bevor es bis zum Jahresende die ganze Nacht zu bewundern ist . Seine sechs Sterne gehören alle zu den 20 hellsten des Himmels und vier davon schaffen es sogar unter die Top 10. Ganz im Süden funkelt der Sirius. Er ist der Hauptstern im Sternbild Großer Hund und der hellste Stern des Nachthimmels überhaupt.  Im Uhrzeigersinn geht es weiter mit Prokyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen (daneben schimmert der etwas leuchtschwächere Stern Castor), Kapella im Fuhrmann, dem rötlich schimmernden Aldebaran im Stier und Rigel im Sternbild Orion.

Der Jäger Orion gehört zu den auffallendsten Sternbildern des Nachthimmels. Insbesondere seine drei „Gürtelsterne“ Mintaka, Alnilam und Alnitak, die etwa in gleichem Abstand wie auf einer Perlschnur aufgereiht nebeneinanderstehen, sind kaum zu übersehen. Knapp unterhalb der Gürtelsterne ist mit bloßem Auge eines der aktivsten Sternenstehungsgebiete in unserer galaktischen Nachbarschaft zu erkennen – der Orionnebel.

Orion scheint am Himmel in einen Kampf mit dem Stier verwickelt zu sein, tatsächlich aber jagt er den Plejaden hinterher, den sieben schönen Töchtern des Titanen Altlas und der Okeanide Pleione aus der griechischen Mythologie. Wir finden das auffallende Grüppchen aus sieben hellen Sternen (eigentlich ist es ein offener Sternhaufen mit mehr als 1200 Sternen) im Nacken des Stiers.

Die Planeten Jupiter und Saturn, die seit August wunderschön am Nachthimmel beobachtet werden konnten, verkürzen bis zum Jahresende ihre Sichtbarkeitsdauer deutlich und werden zu Objekten der Abendstunden. Sie sind dann in südwestlicher Richtung zu entdecken. Saturn verabschiedet sich im Februar vom Abendhimmel und wird von der Venus ersetzt, die seinen Platz als Abendstern übernimmt und schnell an Helligkeit zulegt. Ende Februar ist sie in westlicher Richtung dicht bei Jupiter zu entdecken, der sich nun auch langsam vom Abendhimmel zurückzieht. Der Mars erreicht im Dezember seinen Oppositionspunkt und ist dann der Erde besonders nahe. Er ist jetzt – nach dem Mond - das hellste Objekt des Nachthimmels. Man findet ihn leicht im Sternbild Stier in Richtung des Wintersechsecks, nahe der Verbindungslinie der beiden hellen Sterne Kapella und Aldebaran. 

 


Der Sternenhimmel im Herbst 2022 
gegen 23 Uhr MESZ.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg

Der Sternenhimmel
im Herbst 2022

Zu den markantesten Sternbildern des Herbstes gehört der Pegasus. Vier helle Sterne, die den Körper des geflügelten Pferdes der griechischen Mythologie darstellen sollen und annähernd ein Quadrat bilden, werden auch als Herbstviereck bezeichnet, das im Herbst hoch am Himmel, in süd-südwestlicher Richtung zu finden ist.

Allerdings gehören nur drei Sterne des Hebstvierecks zum Pegasus nämlich Algenib, Scheat und Markab. Der Vierte und östlichste Stern Sirrah gehört bereits zum Sternbild der Andromeda, einem der bekanntesten Sternbilder des nördlichen Sternenhimmels.  Im Sternbild Andromeda finden wir bei guten Sichtbedingungen mit bloßem Auge die Nachbargalaxie unserer Milchstraße, die AndromedaGalaxie (M31). Sie ist mit einer Entfernung von 2,5 Millionen Lichtjahren das am weitesten entfernte Objekt, das wir mit bloßem Auge am nächtlichen Sternenhimmel beobachten können und das einzige mit bloßem Auge erkennbare Objekt am Nordhimmel, das nicht Teil unserer Milchstraße ist.

Nahe der Andromeda und hoch über unseren Köpfen fällt jetzt das Sternbild Kassiopeia besonders ins Auge. Seine fünf hellen Hauptsterne bilden ein markantes W (oder M) am Himmel und werden daher auch als „Himmels-W“ bezeichnet. Quer durch das Sternbild erstreckt sich das Band der Milchstraße. In der Kassiopeia befindet sich die nach der Sonne stärkste Radioquelle am Himmel sowie mehrere offene Sternhaufen, die durch ein Teleskop beobachtet werden können.

Tief am östlichen Sternenhimmel finden wir bereits die ersten Vorboten des kommenden Winters. Halbhoch im Osten und quer über dem Band der Milchstraße steht der Fuhrmann, dessen heller Hauptstern Capella zu den hellsten Sternen am Himmel gehört und eigentlich aus zwei Riesensonnen besteht, die sich in 104 Tagen umkreisen.

Etwas weiter südlich steht der Stier. Der auffallend rötliche Stern Aldebaran, ein Roter Riesenstern mit dem 45fachen Sonnendurchmesser, gehört, genau wie Capella, zum noch nicht vollständig sichtbaren Wintersechseck und markiert das Auge des Stiers. In seinem kräftigen Nacken finden wir die Plejaden, eine auffällige Gruppe von etwa 6 – 9 mit bloßem Auge sichtbaren Sternen. Die Plejaden sind ein offener Sternenhaufen in 444 Lichtjahren Entfernung, der eigentlich etwa 1200 Sterne umfasst und dem schon lange vor der Erfindung des Teleskops in vielen Kulturen eine besondere Bedeutung zugeschrieben wurde (z.B. Himmelscheibe von Nebra).


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