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Der aktuelle Sternenhimmel

im Sommer & Herbst 2019

Der Sternenhimmel am 31.08.2019.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg


Der Sternenhimmel im Sommer 2019 
gegen ca. 23 Uhr MESZ.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg


Der Sternenhimmel im Herbst 2019 
gegen ca. 23 Uhr MESZ.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg


Der Sternenhimmel im Winter 2019
gegen ca. 23 Uhr MESZ.

Bildquelle: Planetarium Wolfsburg

Der Sternenhimmel
im Sommer 2019

Im Sommer begleitet uns hoch am Himmel das Sommerdreieck. Diese markante Konstellation heller Sterne ist ein sog. Asterismus und kein Sternbild. Das Sommerdreieck setzt sich zusammen aus den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler, die jetzt im Sommer besonders hoch am Himmel stehen.

Die westliche Spitze des Dreiecks bildet der Stern Wega in der Leier, einer der hellsten Sterne des nördlichen Sternenhimmels und mit nur 25 Lichtjahren Entfernung ein relativ nahe gelegener Stern. Wega markierte vor etwa 14.000 Jahren den Himmelspol (an dem sich heute der Polarstern befindet) und wird in ca. 12.000 Jahren, aufgrund der Präzessionsbewegung der Erde, diese Stellung erneut einnehmen.

Die nordöstliche Spitze des Dreiecks bildet Deneb im Sternbild Schwan. Seine zwei hellen Sternenreihen bilden ein markantes Kreuz am Himmel, weshalb der Schwan auch als Kreuz des Nordens bekannt ist. Im Sternbild Schwan befindet sich der Himmelsausschnitt, der für das Weltraumteleskop Kepler als Zielgebiet für die Suche nach Exoplaneten ausgewählt wurde. Viele der bisher entdeckten Exoplaneten befinden sich daher im Sternbild Schwan.

An der südlichen Spitze des Sommerdreiecks sitzt Altair oder Atair im Sternbild Adler. Durch die Sternbilder Adler und Schwan zieht sich das Band der Milchstraße, das leider viel zu oft aufgrund der Lichtverschmutzung über unseren Städten dem bloßen Auge verborgen bleibt. Streift man mit einem Fernglas oder Teleskop durch diese Sternbilder kann man viele interessante Strukturen entdecken, z. B. dunkle Wolken, helle Gasnebel und Sternhaufen.

Ganz nah beim Sommerdreieck und dem Stern Altair finden wir ein weiteres kleines aber auffälliges Sommersternbild, den Delphin. Seine hellen und am Himmel dicht zusammenstehenden Sterne bilden eine kleine Raute, den Delphinkörper, eine Konstellation die im Englischen auch „Job’s Coffin“ genannt wird und die leicht dreieckige Schwanzflosse des Delphins, der über das Band der Milchstraße zu springen scheint.

 


Der Sternenhimmel
im Herbst 2019

Mit Beginn des Herbstes dominieren noch die hellen Sterne der Sommersternbilder den Nachthimmel, die jetzt langsam von den etwas leuchtschwächeren Sternen der typischen Herbststernbilder verdrängt werden. Zu den markantesten Herbststernbildern gehört der Pegasus. Vier helle Sterne die den Körper des geflügelten Pferdes der griechischen Mythologie darstellen sollen und annähernd ein Quadrat bilden, werden auch als Herbstviereck bezeichnet, das im Oktober hoch im Südosten bzw. Süden zu finden ist.

Allerdings gehören nur drei Sterne des Hebstvierecks zum Pegasus nämlich Algenib, Scheat und Markab. Der Vierte und nordöstlichste Stern Sirrah gehört bereits zum Sternbild der Andromeda, einem der bekanntesten Sternbilder des nördlichen Sternenhimmels.  Im Sternbild Andromeda finden wir bei guten Sichtbedingungen mit bloßem Auge die Nachbargalaxie unserer Milchstraße, die AndromedaGalaxie (oder M31). Sie ist mit einer Entfernung von 2,5 Millionen Lichtjahren das am weitesten entfernte Objekt, das wir mit bloßem Auge am nächtlichen Sternenhimmel beobachten können.

Nahe der Andromeda und hoch über unseren Köpfen fällt jetzt das Sternbild Kassiopeia besonders ins Auge. Seine fünf hellen Hauptsterne bilden ein markantes W (oder M) am Himmel und werden daher auch als „Himmels-W“ bezeichnet. Quer durch das Sternbild erstreckt sich das Band der Milchstraße. In der Kassiopeia befindet sich die nach der Sonne stärkste Radioquelle am Himmel sowie mehrere offene Sternhaufen, die durch ein Teleskop beobachtet werden können.

Tief am östlichen Sternenhimmel finden wir bereits die ersten Vorboten des kommenden Winters. Halbhoch im Osten und quer über dem Band der Milchstraße steht der Fuhrmann, dessen heller Hauptstern Capella zu den hellsten Sternen am Himmel gehört und eigentlich aus zwei Riesensonnen besteht, die sich in 104 Tagen umkreisen.

Etwas weiter südlich steht der Stier. Der auffallend rötliche Stern Aldebaran, ein Roter Riesenstern mit dem 45fachen Sonnendurchmesser, gehört, genau wie Capella, zum noch nicht vollständig sichtbaren Wintersechseck und markiert das Auge des Stiers. In seinem kräftigen Nacken finden wir die Plejaden, eine auffällige Gruppe von etwa 6 – 9 mit bloßem Auge sichtbaren Sternen. Die Plejaden sind ein offener Sternenhaufen in 444 Lichtjahren Entfernung, der eigentlich etwa 1200 Sterne umfasst und dem schon lange vor der Erfindung des Teleskops in vielen Kulturen eine besondere Bedeutung zugeschrieben wurde (z. B. Himmelscheibe von Nebra).

 


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