Die Astronomie und Astrologie der Lutherzeit

Prof. Dieter B. Herrmann, Berlin

MITTWOCH, 29. MÄRZ, 19 UHR 

Martin Luther und seine Reformation sind in aller Munde. Doch der große Reformator und Bibelübersetzer lebte fast zeitgleich mit einem der bedeutendsten Astronomen der Geschichte. Luther war nur zehn Jahre jünger als Nicolaus Copernicus, der das überkommene geozentrische Weltbild stürzte und überlebte ihn nur um drei Jahre. Luther und Copernicus waren also Zeitgenossen. Wie kam es zu dieser Revolution in der Astronomie und wie stand Martin Luther dazu? Die Begegnung von Wissenschafts- und Geistesgeschichte war spannungsgeladen und macht zugleich deutlich, dass Luthers Intentionen völlig andere gewesen sind als die von Copernicus – beide überzeugte Christen. Wie standen die Kirchenreformatoren zu Astronomie und Astrologie?

Der Vortrag untersucht einen wenig thematisierten Aspekt der Luther-Zeit und bringt spannende Erkenntnisse.

 

Der Referent war von 1976 bis 2004 Direktor der Archenhold-Sternwarte Berlin und von 1987 bis 2004 auch Gründungsdirektor des Zeiss-Großplanetariums sowie Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er wurde auch als Moderator der populärwissenschaftlichen Fernsehsendung „AHA“ des DDR-Fernsehens (1977 – 1991) bekannt.

Altersempfehlung ab 12 Jahren

Dauer der Veranstaltung ca. 60 Minuten.

Andreas Vogel

Navigation nach den Sternen

Andreas Vogel, Olbers-Planetarium Bremen

MITTWOCH, 19. APRIL, 19 UHR

Schon seit Jahrtausenden überqueren Menschen die Meere. Vermutlich nutzte der Mensch dabei schon zu Beginn der Seefahrt die Sterne über uns zur Orientierung. Seefahrer wie Magellan oder Columbus orientierten sich an den Breitengraden – ohne ihre genaue Position auf dem Ozean zu kennen. Erst ab etwa 1750 war es möglich die Schiffsposition anhand der Gestirne genauer zu bestimmen. Es dauerte danach noch einmal fast 100 Jahre, bis der amerikanische Kapitän Sumner die Methode soweit verfeinerte, dass sie wirklich praktikabel wurde und bis zur Einführung von GPS das wichtigste Mittel der Navigation war.

In diesem Vortrag wird das Prinzip der astronomischen Navigation mit Borduhr und Sextant erläutert, und warum die astronomische Navigation auch heute noch eine wichtige Rolle in der Schifffahrt spielt.

Altersempfehlung ab 12 Jahren

Dauer der Veranstaltung ca. 60 Minuten.

Dr. Titz Wieder
PLATO auf der Suche nach Exoplaneten, Bildquelle: DLR

Auf der Suche nach zweiten Erde? Methoden, Ergebnisse und Missionen

Dr. Ruth Titz-Weider, DLR Berlin

MITTWOCH, 24. MAI, 19 UHR

Über 3500 Planeten um andere Sterne hat man bis heute gefunden, darunter auch Systeme mit mehreren Planeten. Dabei hat sich eine Artenvielfalt gezeigt, wie man sie vorher nicht vermutet hätte und die neue Fragen zur Entstehung und Entdeckung von Planetensystemen aufwirft.

Wie findet man extrasolare Planeten und was wissen wir heute über sie? Tiefere Kenntnisse wird die europäische Missionen PLATO bringen, die 2025 starten und fast die Hälfte des Himmels untersuchen wird.

Altersempfehlung ab 12 Jahren

Dauer der Veranstaltung ca. 60 Minuten.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller

Der Dunklen Energie auf der Spur

Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller, Planetarium und Universität Stuttgart

MITTWOCH, 7. JUNI, 19 UHR

Vor neunzig Jahren entdeckten Edwin P. HUBBLE und sein Kollege Milton HUMASON mit dem damals weltweit größten Teleskop, dem 2,5-Meter-Reflektor des Mt. Wilson-Observatoriums in Kalifornien, die Expansion des Universums. Je größer die Distanz der Milchstraßensysteme, desto schneller entfernen sie sich von uns.

Lange war man der Auffassung, dass die Gravitationswirkung der im Weltall vorhandenen Massen die Expansion des Universums mehr oder minder stark bremst. Groß war daher die Überraschung, als man vor zwanzig Jahren entdeckte, dass das Universum beschleunigt expandiert – die Ausdehnungsgeschwindigkeit nimmt immer mehr zu.

Um die beschleunigende Wirkung zu erklären, hat man 1998 den Begriff „Dunkle Energie“ eingeführt, ohne zunächst eine Ahnung davon zu haben, welcher Natur sie eigentlich ist. Von der Dunklen Energie ist lediglich bekannt, dass sie als Energiefeld auftritt, welches für die gegenwärtige Beschleunigung der Expansion des Universums sorgt. Das Weltall dehnt sich immer schneller aus.

Wie stark wirkt die Dunkle Energie? Wird sie dafür sorgen, dass eines fernen Tages das „Große Zerreißen“ einsetzt? Es mag sein, dass die Dunkle Energie so übermächtig wird, dass die Galaxienhaufen auseinander getrieben werden, die Galaxien sich auflösen, dass Planeten ihren Muttersternen entrissen werden, dass selbst Sterne und Planeten zerplatzen, ja die Materie selbst – Moleküle, Atome und Elementarteilchen Opfer dieses mächtigen Energiefeldes werden.

In den letzten Jahren hat man etliche Beobachtungsprogramme gestartet, um die Stärke der Dunklen Energie zu ermitteln. Weitere sind in Planung. Speziell zur Untersuchung der Dunklen Energie soll das von der europäischen Weltraumagentur ESA geplante Weltraumteleskop EUCLID dienen. Man ist der Dunklen Energie auf der Spur, um das Schicksal des Universums zu ergründen. Wird es das Große Zerreißen geben oder den unendlich langen Weg in den zeitlosen Zustand der Ewigkeit beschreiten.

Altersempfehlung ab 12 Jahren

Dauer der Veranstaltung ca. 60 Minuten.

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