Zum Vergrößern der Sternkarte, bitte auf das Bild klicken! Bild: Cartes du ciel / Planetarium Wolfsburg
Darstellung eines Schwarzen Loches. Bild: Planetarium Wolfsburg
Der Blick zum Zentrum unserer Milchstraße. Der Blick Richtung südsüdwest am 2. August gegen 23 Uhr MESZ. Bildquelle: Stellarium / Planetarium Wolfsburg

DER STERNHIMMEL IM SOMMER 2017

„Schütze, Skorpion, Schlangenträger und Saturn“

Der Sternenhimmel des Sommers wird durch das Sommerdreieck bestimmt. Hoch am Himmel steht der Schwan, auch als Kreuz des Nordens bezeichnet. Dessen hellster Stern heißt Deneb. Zusammen mit den Sternen Vega und Atair bildet er das Dreieck. Folgt man dem langen Hals des Schwans Richtung Horizont, wandert man zum einen am Band der Milchstraße entlang. Zum anderen erreicht man den südlichsten Teil des Tierkreises mit dem Skorpion und Schützen. Diese beiden Sternbilder sind von Deutschland aus nie komplett zu sehen, denn ein Teil der Sternbilder befindet sich immer unter dem Horizont. Zwischen den Sternen der beiden Figuren ist der Planet Saturn auffindbar, genau genommen im Sternbild Schlangenträger.

Der Schlangenträger ist ein flächenmäßig sehr großes, aber mit wenig hellen Sternen ausgestattete Konstellation. Man kann es als 13. Tierkreiszeichensternbild bezeichnen, denn zwischen dem 29. November und dem 17. Dezember wandert scheinbar die Sonne vor dieser Sternenfigur entlang.

Der Blick in diese Richtung führt ins Zentrum unserer Milchstraße. Das schwach leuchtende Band besteht aus Milliarden von Sternen, Gas und Staub. Die meisten sitzen in Blickrichtung Skorpion und Schütze. Hier vermutet man auch eine massereiches, galaktisches Schwarzes Loch.

Die Sternenkarte zeigt den Sternenhimmel im Sommer am 15. August 2017 gegen 23 MESZ (MESZ = Mitteleuropäische Sommerzeit). Die Karte ist ebenfalls gültig am:

01. Juli um 2 Uhr MESZ
15. Juli um 1 Uhr MESZ
01. August um 24 Uhr MESZ
15. August um 23 Uhr MESZ
31. August um 22 Uhr MESZ
15. September um 21 Uhr MESZ
31. September um 20 Uhr MESZ

Der Blick zum östlichen Morgenhimmel am 18. September um 6 Uhr MESZ. Bild: Stellarium / Planetarium Wolfsburg
Tilmann Denk, Freie Universität Berlin, wird am 6. September im Planetarium Wolfsburg über die Cassini-Mission referieren
Die Cassini-Mission auf ihren letzten Orbits um den Saturn. Bildquelle: NASA
Die nördliche Hemisphäre des Saturn, Bildquelle: NASA
Die Totale Sonnenfinsternis am 21. August 2017. Bildquelle: NASA
Die Totale Mondfinsternis vom 28. September 2015 über Wolfsburg. Bildquelle: Planetarium Wolfsburg
Saturn - Das Große Finale der Raumsonde Cassini


Der Merkur kann Mitte September am Morgenhimmel beobachtet werden. Der flinke Planet wechselt sehr schnell seine Position. Dieses lässt sich wunderbar zu Beginn des zweiten Monatsdrittels verfolgen, denn der Merkur zieht sehr nahe am hellen Stern Regulus vorbei.

Die Venus ist das ganze Quartal über ein helles Gestirn am östlichen Morgenhimmel und kann einfach aufgefunden. Zusammen mit Merkur, Mars und dem zunehmenden Mond entsteht kurz vor Sonnenaufgang des 18. und 19. September ein reizvoller Anblick am Osthimmel.

Jupiter war den Frühling hindurch ein helles Gestirn, welches im Sternbild Jungfrau auffindbar war. Dies bleibt noch bis zur Septembermitte so. Dann zieht sich der Gasgigant vom Abendhimmel vollends zurück und wird unbeobachtbar. Bis dahin kann man sich immer wieder am Abend an dem hell leuchtenden Pünktchen von der Gartenterrasse und Balkon erfreuen.

Die Finsternisse werden ein besonderes Thema in unseren Veranstaltungen:

Der Sternenhimmel LIVE erklärt im August - Die Totale Sonnenfinsternis am 21. August.

Saturn steht in diesem Quartal im Fokus. Nicht nur, dass er als auffälliges Lichtpünktchen tief im Süden zu sehen ist. Er wird auch in den Nachrichten für Schlagzeilen sorgen. Die Raumsonde Cassini, die sich seit 2004 im Orbit des Saturns befindet, wird am 15. September 2017 das Ende ihrer Mission erleben. Die amerikanische Weltraumagentur NASA wird die Raumsonde in den Saturn lenken. Hier wird sie bis zum kompletten Ausfall der Instrumente Daten aus der Atmosphäre senden. Im September werden wir uns genauer der Cassini-Mission widmen in dem Vortrag von Tilmann Denk

„Das Große Finale der Raumsonde Cassini am Ringplaneten Saturn"

und in unseren Veranstaltungen

„Der Sternenhimmel LIVE erklärt im September - Saturnsonde Cassini - Das große Finale".

Am 21. Juni, gegen 6:24 Uhr MESZ, ist der astronomische Sommeranfang, die Sommersonnenwende findet statt. Dies ist der Tag, an dem die Sonne ihren höchsten Stand über dem Horizont zur Mittagszeit erreicht und die längste Zeit im Jahr über dem Horizont steht.

Am 21. August 2017 findet eine Totale Sonnenfinsternis statt. Der Kernschatten wird von Europa aus gesehen im westlichen Teil des Pazifiks starten, dann über die kompletten USA und über den Atlantik wandern. Von Westeuropa aus wird eine partielle Verfinsterung der Sonne kurz vor Sonnenuntergang beobachtbar sein.

Der Sonnenfinsternis geht eine partielle Mondfinsternis voraus, die am Abend des 7. August 2017 stattfindet. Gegen ca. 20:50 Uhr MESZ geht der Mond bereits verfinstert in östlicher Richtung auf. Bereits ca. eine halbe Stunde später hat der Mond den Kernschatten der Erde wieder vollständig verlassen. Den Halbschatten verlässt der Mond gegen 22:53 Uhr. Damit ist die Mondfinsternis beendet.

Die kosmischen Schattenspiele sind Thema in unseren Veranstaltungen „Der Sternenhimmel LIVE erklärt im August - Die Sonnenfinsternis am 21. August.

Die Mondphasen von Juli bis September

Erstes Viertel:    01.07.,31.7.,29.08., 28.09.,
Vollmond:          09.07., 07.08., 06.09.
Letztes Viertel:  16.07., 15.08., 13.09.
Neumond:          23.07., 21.08., 20.09.

Die aktuellen Sichtbarkeiten heller Satelliten über Wolfsburg finden Sie hier

Text: Isabell Schaffer

 

Zum Vergrößern der Sternkarte, bitte auf das Bild klicken! Bild: Cartes du ciel / Planetarium Wolfsburg
Die Figur des Herkules mit dem Kugelsternhaufen M13, Bild: NASA / Planetarium Wolfsburg
Die Stymphalischen Vögel im Kampf mit dem mit Pfeilen schießenden Herkules. Die Sternbilder Leier, Adler, Schwan, Pfeil und Herkules. Bildquelle: Stellarium / Planetarium Wolfsburg

DER STERNHIMMEL IM FRÜHLING 2017

„Herkules - Held des Frühlings und des Sommers“

Orion, die Zentralfigur des Winterhimmels, verabschiedet sich nach und nach vom Abendhimmel. Ihm folgen die Frühlingssternbilder bzw. das Frühlingsdreieck. Die drei Ecken werden von den Sternen Spica, Arkturus und Regulus gebildet, die jeweils die hellsten Sterne in den Sternbildern Jungfrau, Bärenhüter und Löwe.

Ihnen folgt das Sternbild Herkules. Dieses Sternbild besteht aus einem auf dem Kopf stehenden Trapez. Dies ist der breitschultrige Körper des mythologischen Helden. Aus jeder Ecke des Trapezes startet eine Sternenkette, die die Arme und Beine des Helden darstellen. Die Sterne dieser Figur sind nicht außergewöhnlich hell, hat man die Figur aber einmal entdeckt,ist es einfach sie auch wieder zu finden. Beobachtbar ist sie im Frühling und im Sommer. Hier kann man mit einem Feldstecher den Kugelsternhaufen M13 entdecken.

Der Held Herkules aus den antiken Sagen mußte viele Abenteuer bestreiten. In den Frühling- und Sommermonaten kann man auch viele seiner Antagonisten am Himmel wiederfinden:

Im Frühling den Nemëischen Löwen (Löwe), die vielköpfige Hydra (Wasserschlange), den Krebs (Krebs), ganzjährig den hundertköpfigen Drachen Ladon (Drache) und im Sommer die stymphalischen Vögel (Schwan, Adler und Leier).

Die Frühlingssternbilder und der Herkules sind zentrales Thema in unseren Veranstaltungen „Der Sternenhimmel LIVE erklärt“.

Die Sternenkarte zeigt den Sternenhimmel im Frühling am 15. Mai 2017 gegen 23 MESZ (MESZ = Mitteleuropäische Sommerzeit). Die Karte ist ebenfalls gültig am:

01. April um 2 Uhr MESZ
15. April um 1 Uhr MESZ
01. Mai um 0 Uhr MESZ
15. Mai um 23 Uhr MESZ
31. Mai um 22 Uhr MESZ

Die Venus. Bild: NASA
Raumsonde Juno auf dem Weg zum Jupiter, Bildquelle: Planetarium Wolfsburg/NASA
Der Saturn im Sternbild Schlangenträger am 22.6.2017, um 0 Uhr, Bildquelle: Stellarium /Planetarium Wolfsburg
Die nördliche Hemisphäre des Saturn, Bildquelle: NASA
Jupiter und Saturn sind Planeten des Frühlings 2017


Der Merkur kann in der ersten Aprilwoche am Abendhimmel gesehen werden. Wer diese Gelegenheit verpasst, hat erst wieder im September eine Chance einen Blick auf den flinken Planeten zu erhaschen.

Venus wechselt die Seiten. War sie im Winterquartal als strahlender Abendstern am abendlichen Westhimmel zu sehen, strahlt sie nun als Morgenstern am östlichen Morgenhimmel. Ihren größten Glanz erreicht sie schon im April, bleibt aber das ganze Frühlingsquartal über ein Glanzpunkt in den Morgenstunden.

Mars hält sich im April noch wacker am Westhimmel. Mitte Mai ist es aber mit der Beobachtung des roten Planeten vorbei und er wird unbeobachtbar.

Anders sieht es mit Jupiter und Saturn aus. Am 7. April bzw. am 15. Juni stehen Jupiter in der Jungfrau bzw. Saturn im Schlangenträger in Opposition. Dies sind die besten Zeiten die beiden Gasriesen ins Visier zu nehmen. Die Distanzen von diesen beiden Planeten zur Erde sind dann am Geringsten. Jupiter wird im April zum Planeten der ganzen Nacht und ist ein strahlend helles Gestirn. Durch ein Teleskop kann man die Wolkenbänder des Jupiters beobachten und den Tanz der vier Galileiischen Monde, die den Jupiter umkreisen. Seit Juli 2016 hat der Jupiter einen weiteren künstlichen Satelliten, die Raumsonde Juno. Der Jupiter, seine Monde und die Mission Juno werden einen Themenschwerpunkt neben den aktuellen Sternenhimmel bilden in unserer Veranstaltung:

„Der Sternenhimmel LIVE erklärt“ im April - Der Königsplanet im Sternbild Jungfrau.

Saturn ist der einzige Planet dessen Ringsystem auch mit handelsüblicher Optik beobachtet werden kann. Man blickt auf die Nordhalbkugel, der Ring ist geöffnet und man kann die Abplattung der Planetenkugel erkennen. Leider bewegt sich der "Herr der Ringe" durch den für uns Nordeuropäer tief stehenden Teil des Tierkreises, ist somit nur in den frühen Sommermonaten tief am südlichen Horizont beobachtbar.

Der Sternenhimmel LIVE erklärt im Juni - Die Sommersonnenwende des Herrn der Ringe

Am 21. Juni, gegen 6:24 Uhr MESZ, ist der astronomische Sommeranfang, die Sommersonnenwende findet statt. Dies ist der Tag, an dem die Sonne ihren höchsten Stand über dem Horizont zur Mittagszeit erreicht und die längste Zeit im Jahr über dem Horizont steht.

Der Mond (Foto: NASA).
Die Mondphasen von April bis Juni

Erstes Viertel:    03.04., 03.05., 01.06.
Vollmond:           11.04., 10.05., 09.06.
Letztes Viertel:  19.04., 19.05., 17.06.
Neumond:          26.04., 25.05., 24.06.

Die aktuellen Sichtbarkeiten heller Satelliten über Wolfsburg finden Sie hier

Text: Isabell Schaffer