Zum Vergrößern der Sternkarte, bitte auf das Bild klicken! Bild: Cartes le ciel / Planetarium Wolfsburg
Die Sternkonstellationen rund um den Andromeda-Nebel, Bild: Stellarium / Planetarium Wolfsburg
Der Andromeda-Nebel, Bild: NASA
Der Sternenhimmel LIVE erklärt - Rund um das Herbstviereck, Bild: NASA / Planetarium Wolfsburg

DER STERNHIMMEL IM HERBST 2016

„Rund um das Herbstviereck"

Hier finden Sie die Sternenkarte als Druckversion in SW oder Farbe

Im Oktober steht zunächst noch das Sommerdreieck nach Sonnenuntergang hoch im Süden. Es wird von den drei Sternen Deneb, Vega und Atair gebildet. Das Dreieck wird von einem Teil der Milchstraße durchlaufen. Das schwach leuchtende Band kann in mondlosen Nächten an Orten frei von Lichtverschmutzung beobachtet werden. Die Milchstraße ist unsere kosmische Heimat. Schätzungsweise 200 Milliarden Sterne haben sich in einer spiralförmigen, flachen Struktur angeordnet. Unsere Sonne ist nur einer dieser Sterne. Teleskopbeobachtungen haben gezeigt, dass unsere Milchstraße nicht die einzige Galaxie ist. Mit dem bloßem Auge kann im Herbst eine solche andere Milchstraße beobachtet werden - der sogenannte Andromeda-Nebel. Im namengebenden Sternbild Andromeda sitzend, kann man ihn als verwaschenes leuchtendes Fleckchen am Himmel entdecken.

Um diese Galaxie aufzuspüren, hat es sich bewährt, zunächst das Herbstviereck am Himmel zu finden. Vier Sterne bilden ein großes, gleichmäßiges Rechteck. Es soll den Bauch und Rücken des geflügelten Pferdes Pegasus darstellen. Die obere linke Ecke gehört allerdings schon zum Sternbild Andromeda. Die unglückliche Prinzessin der Perseus-Sage besteht auf den ersten Blick nur aus einer Kette hellerer Sterne. Etwas höher am Himmel findet sich die Sternenfigur ihrer Mutter, der Königin Kassiopeia. Zwischen diesem w-förmigen Sternbild und dem Sternbild Andromeda kann man den Andromeda-Nebel aufspüren. Ist dies gelungen, erblickt man das Himmelsobjekt, welches am weitesten von uns entfernt ist und noch mit bloßem Auge erkennbar ist. Ein tiefer Blick ins All und ein noch tieferer Blick in die Vergangenheit.

Rund um das Herbstviereck finden sich weitere interessante Einzelsterne, Sternenhaufen und Nebel. Möchten Sie mehr über die Sternbilder erfahren, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in unseren Veranstaltungen „Der Sternenhimmel LIVE erklärt".

Die Sternenkarte zeigt den Sternenhimmel im Herbst am 15. November 2016 gegen 22 MEZ (MEZ = Mitteleuropäische Zeit). Die Karte ist ebenfalls gültig am:

01. Oktober um 2 Uhr MESZ
15. Oktober um 1 Uhr MESZ
01. November um 23 Uhr MEZ
30. November um 21 Uhr MEZ
15. Dezember um 20 Uhr MEZ
31. November um 19 Uhr MEZ

Mars, Venus und der zunehmende Mond am 3. Dezember gegen 18 Uhr. Bild: Stellarium / Planetarium Wolfsburg
Die Venus. Bild: NASA
Der Sternenhimmel LIVE erklärt - Sternschnuppenströme im Herbst, Bild: Jens Aschenbruck / Planetarium Wolfsburg
Der Sternenhimmel LIVE erklärt - Kurze Tage, Lange Nächte - Die Wintersonnenwende, Bild: Digistar Library / Planetarium Wolfsburg
Mars und Venus am Abendhimmel. Jupiter am Morgenhimmel


Anfang Oktober kann der schwerbeobachtbare Planet Merkur ab 6 Uhr morgens für ca. 40 Minuten am östlichen Himmel beobachtet werden. Dann verschwindet er in der Morgendämmerung. Bis zum 6. Oktober ist eine Beobachtung möglich, vorausgesetzt man hat freie Sicht auf den östlichen Horizont. Dies ist die letzte Gelegenheit im Jahr 2016 und in unseren Breiten, den schnellen Merkur zu beobachten.

Am Abendhimmel kann man drei Planeten entdecken: Venus, Mars und Saturn. Venus ist der Abendstern, aber da sie sich genauso wie Mars und Saturn tief am südwestlichen Horizont aufhält, wird sie nicht besonders auffallen. Dies ändert sich erst Ende November. Mars und Saturn stehen ebenfalls sehr tief am südwestlichen Himmel. Aber während Saturn seine Abendvorstellung ab dem 10. November beendet, kann man Mars bis über das Jahresende hinausbeobachten.

Am Morgenhimmel taucht ab Mitte Oktober Jupiter auf. Heller strahlend, baut er seine Beobachtungszeit bis Ende des Jahres auf fast die ganze zweite Nachthälfte aus.

Im Herbst kann man zwei besondere Sternschnuppenströme beobachten: Die Leoniden vom 13. bis zum 30. November. Die maximale Anzahl von 20 Meteoren pro Stunde wird in der Nacht vom 17. auf den 18. November erwartet. Ursprung ist das Sternbild Löwe (lat. Leo). Die Geminiden sind vom 6. bis 16. Dezember aktiv. Das Maximum wird in der Nacht vom 13. auf den 14. mit bis 120 Sternschnuppen pro Stunde erwartet. Leider stört das helle Licht des Vollmondes in diesem Jahr die Beobachtung. Die Geminiden scheinen aus dem Sternbild Zwilling zu kommen (lat. Gemini). Mehr Informationen erhalten Sie in der Planetariumsveranstaltung

„Der Sternenhimmel LIVE erklärt" im Monat November.

Am 21. Dezember, gegen 11:44 Uhr MEZ, ist der astronomische Winteranfang, die Wintersonnenwende findet statt. Dies ist der Tag, an dem die Sonne ihren niedrigsten Stand über dem Horizont zur Mittagszeit erreicht und die kürzeste Zeit im Jahr über dem Horizont steht. Im Dezember widmen wir uns in der Veranstaltung „Der Sternenhimmel LIVE erklärt" dem Spezialthema

„Kurze Tage, lange Nächte - Die Wintersonnenwende"

 

 

Der Mond (Foto: NASA).
Die Mondphasen von Oktober bis Dezember

Neumond:          01.10., 30.10., 29.11.,29.12.
Erstes Viertel:    09.10., 07.11., 07.12.
Vollmond:           16.10., 14.11., 14.12.
Letztes Viertel:   22.10., 21.11., 21.12.

Die aktuellen Sichtbarkeiten heller Satelliten über Wolfsburg finden Sie hier

Text: Isabell Schaffer

Zum Vergrößern der Sternkarte, bitte auf das Bild klicken!

DER STERNENHIMMEL IM SOMMER

„Das Sommerdreieck hoch am Himmel"

Hier finden Sie die Druckversion als pdf in SW und in FARBE.

An den Sommerabenden findet man den Großen Wagen in nordwestlicher Richtung. Hoch im Zenit stehen nun die Sterne des Sommerdreieckes, die sofort nach Sonnenuntergang am Himmel erscheinen. Deneb im Schwan, Atair im Adler und die Vega in der Leier. Vega scheint von den drei Sternen am hellsten zu strahlen, gefolgt von dem Stern Atair. Beide Sterne befinden sich in der „unmittelbaren Umgebung “ unserer Sonne, mit rund 26 bzw. 17 Lichtjahren Entfernung. Deneb, der scheinbar lichtschwächste, ist mit seinen 100-200fachen Sonnendurchmessern ein Gigant. Nach letzten Messungen ist er ca. 1550 Lichtjahre von uns entfernt. Würde man ihn an die Stelle der Sterne Vega oder Atair setzen, wäre er am Taghimmel sichtbar.

Der Schwan fliegt im Sturzflug Richtung südlichen Horizont. Folgt man seiner Flugroute über den Himmel weiter , gelangt man zunächst zum Sternbild Schlangenträger und darunter zu den Tierkreissternbildern Skorpion und Schütze. Letztere Sternbilder sind von Deutschland aus nur bei freier Sicht auf den Südhorizont und nie ganz vollständig sichtbar.

Die Sternenkarte zeigt den Sternenhimmel im Sommer am 15. August 2016 gegen 23 MESZ (MESZ = Mitteleuropäische Sommerzeit). Die Karte ist ebenfalls gültig am:

01. August um 0 Uhr MESZ
31. August um 22 Uhr MESZ
15. September um 21 Uhr MESZ
30. September um 20 Uhr MESZ

Mars, Saturn, Antares und der zunehmende Mond am 11. August. (Bild: Stellarium/Planetarium Wolfsburg)
Der Ursprung der Perseiden. (Bild: Stellarium/Planetarium Wolfsburg)
Mars wandert durch den südlichen Tierkreis


Im Schlangenträger hält sich zur Zeit der Planet Saturn auf. Auffällig hell ist der Planet, sein Ringsystem kann man allerdings erst mit einem kleinen Teleskop bewundern. Deutlich heller ist noch der Mars. Man erkennt eine gelb bis leicht rötliche Färbung bei diesem Himmelskörper. Mars bleibt genauso wie der Saturn den ganzen Sommer über beobachtbar. Während dieser Zeit kann man auch seine Bewegung vom Sternbild Skorpion in den Schlangenträger und dann weiter in den Schützen beobachten.

Der Planet Jupiter hat seine Glanzzeit im Juli hinter sich gebracht. Mitte August verschwindet er vom Abendhimmel und wird erst wieder Ende Oktober am Morgenhimmel auftauchen. Im Gegenzug taucht langsam die Venus als Abendstern in der Dämmerung auf. Sie wird aber bis September nicht sehr auffällig leuchten. Ende September können alle Frühaufsteher den Merkur kurz vor Sonnenaufgang am östlichen Horizont bewundern.

Der August ist ein Sternschnuppenmonat. Vom 4. bis zum 24. August kann man besonders viele Meteore erwarten. Sie scheinen aus der Richtung des Sternbildes Perseus zu kommen und man nennt sie deswegen Perseiden. In der Nacht vom 11. auf den 12. August findet das Maximum des Perseiden-Meteorstroms statt. Zu erwarten sind um die 100 Sternschnuppen pro Stunde. Der Mond versinkt gegen halb eins morgens unter den Horizont, so dass ab dann seine Helligkeit definitiv nicht mehr stört.

Am 22. September ist Tagundnachtgleiche und der astronomische Herbstanfang.

Der Mond (Foto: NASA).
Die Mondphasen von Juli bis September

Neumond:          04.07., 02.08., 01.09.
Erstes Viertel:    12.07., 10.08., 09.09.
Vollmond:           19.07., 18.08., 16.09.
Letztes Viertel:   27.07., 25.08., 23.09.

Die aktuellen Sichtbarkeiten heller Satelliten über Wolfsburg finden Sie hier

Text: Isabell Schaffer